„Ist das was für mich?“ – Frauen in MBA-Studiengängen

Veröffentlicht am

WeiblichFrauen in Führungspositionen müssen – öfter als ihre männlichen Kollegen – für diesen Status hart arbeiten. Ebenso hart ist es, diesen auch langfristig zu behaupten. Am allerhärtesteten ist jedoch der Weg in die Führungsetage. Hilfreich ist dabei zum Beispiel die Aus- und Weiterbildung während eines Studiums des Masters of Business Administration. Je nach Studienprogramm ist dessen Abschluss im Rahmen einer Berufstätigkeit oder begleitend dazu möglich. Aber wie viele Frauen nehmen diese Chance für den Karriere-Kick überhaupt in Anspruch?

Motive für einen MBA-Abschluss
Diese liegen nicht nur in der Fortbildungsmöglichkeit und in den gesteigerten Karrierechancen begründet, sondern umfassen viele weitere Aspekte, die für ein MBA-Studium sprechen. ShaoLan Hsueh hatte ihre ganz eigenen Motive einen Master of Business Administration Abschluss anzustreben. Sie hatte das Glück, sich bei einem harten Bewerbungsprozess durchsetzen zu können, um somit an der NCCU angenommen zu werden. Sie verfolgte das Ziel ihren theoretischen Rahmen zu erweitern im Hinblick auf die Bereiche Führung, Management, Marketing, Strategie und Innovation (vgl. Charlotte Clark 2014: ft.com).

Immer mehr Frauen erkennen, dass sich ein MBA-Abschluss auch für sie lohnt, weshalb die Anzahl der Bewerberinnen stetig steigt. „Denn sie haben erkannt, dass auf MBA-Absolventen mehr wartet als Investmentbanking und Beratung und dass die Ausbildung vielseitig ist.“ (Stefani Hergert/Carola Sonnet o.J.: karriere.de)

Frauenanteil an MBA-Studiengängen
Trotzdem ist es nicht immer einfach, Familie, Beruf und Ausbildung unter einen Hut zu bringen. „Zwar ist es an manchen Schulen möglich, Teile des Studiums im Fernunterricht zu absolvieren. Grundsätzlich zeichnet sich ein MBA-Studium aber gerade durch unkonventionelle Lehrmethoden von Fallbetrachtung, Gruppen- und Projektarbeit aus. Ein straffer Ablaufplan, feste Präsenzzeiten und praxisorientiertes Arbeiten bietet gestressten Müttern nicht allzu viel Raum für flexibles Lernen.“ (Katja Barthels 2007: zeit.de) Nichtsdestotrotz ist der MBA-Abschluss gerade für Frauen eine tolle Möglichkeit, ihre Karrierechancen zu verbessern.

Stefani Hergert und Carola Sonnet bestätigen: „Die Zahl der weiblichen Bewerber für MBA-Programme steigt. Die Schulen selbst sprechen mittlerweile gezielt Frauen an. So wird den Studentinnen neben den Vorlesungen auch Kinderbetreuung für den Nachwuchs angeboten.“ (ebd. o.J.: karriere.de) Doch nicht überall ist diese positive Entwicklung zu beobachten. Europa hinkt nämlich im Vergleich zu Deutschland noch stark hinterher.

„Hier haben nur drei Prozent der […] Schulen eine Frauenquote von über 50 Prozent angegeben. Die International University of Monaco ist mit 58 Prozent Spitzenreiter. Die meisten Schulen haben immerhin eine Quote von 30 bis 50 Prozent. Ein Drittel der Programme gibt weniger als 30 Prozent weiblicher Studenten an. […] Allerdings: In Deutschland scheinen die weiblichen MBA-Studenten auf dem Vormarsch. Der höchste Frauenanteil im zuletzt gestarteten Jahrgang liegt bei 72 Prozent. Insgesamt hat rund ein Drittel der Programme eine Frauenquote von mehr als 50 Prozent. Ein weiteres Drittel bringt es immerhin auf 30 bis 50 Prozent.“ (Linda Andres et.al. 2013: staufenbiel-institut.de)

Frau_Notizblog

Stipendien für Frauen – ein Beispiel
Zur Verbesserung der Teilnahmekriterien von Frauen an MBA-Studiengängen werden unter anderem verschiedenste Stipendien vergeben. Ein dazu erwähnenswertes Beispiel ist etwa die Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin. Das IMB Institute of Management Berlin bietet nämlich Stipendien speziell für Frauen an: „Zum neunten Mal vergab die HWR Berlin Teilstipendien für Frauen, die mit einem Master of Business Administration ihre berufliche Karriere ausbauen möchten. […] Die vier Teilstipendien der HWR Berlin in Höhe von jeweils 5.000 Euro gingen an studieninteressierte Frauen, deren herausragende Leistungen im Studium und Beruf, gepaart mit gesellschaftlichem Engagement, den Vergabeausschuss überzeugten.“ (o.A. 2014: mba-berlin.de)

Vielfalt
Die steigende Anzahl an Frauen, welche MBA-Studiengänge besuchen, führt nicht nur zu einem besseren Gleichgewicht der Geschlechterquote in den Hörsälen, sondern sorgt gleichzeitig für mehr Gedankenvielfalt und einen erhöhten Austausch in Diskussionen. Selbst in ihren Programmen legen die Business Schulen mittlerweile immer mehr Wert auf Diversität um so einen Mehrwert für die einzelnen Netzwerke und individuellen Lerngruppen bieten zu können. Im Vordergrund steht natürlich immer, voneinander zu lernen, wobei das Prinzip umso besser funktioniert, je ausgewogener die Geschlechteranzahl unter den Studierenden ist.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.