Die Zulassung zu einem MBA-Studium kann manchmal eine harte Nuss sein. Erfahrene Berater sollen dabei helfen, sie zu knacken.

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Ein MBA-Abschluss ist nicht billig, aber die Belohnung dafür kann enorm sein. Wer diese drei Buchstaben nach seinem Namen führt, der steigert nicht nur seine Chancen bei der Jobsuche oder beim Jobwechsel , sondern kommt auch leichter in den Genuss eines ansehnlichen Gehaltes – selbst wenn der MBA-Titel heutzutage nicht mehr so selten ist als in früheren Jahren.

Doch der Wettbewerb um eine MBA-Zulassung wird härter und ein Erfolg bei der Zulassung ist an manchen Schools ebenso hart umkämpft. An der Stanford University, einer School mit den am schwersten erreichbaren Studienplätzen, wurden für das Jahr 2017 zum Beispiel eindrucksvolle 407 Studentinnen und Studenten für die MBA-Klasse zugelassen – doch die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber betrug sagenhafte 8.000. Kein Wunder, dass viele Studieninteressierte versuchen, bei der Bewerbung einen Vorteil für sich zu gewinnen.

Einige von ihnen wenden sich an spezialisierte Beratungsfirmen um mit Hilfe dieser ihre Bewerbung zu optimieren – doch diese Unterstützung hat ihren Preis. Laut dem amerikanischen Unternehmen Kira Talent, welches Business Schools eine Video-Technologie für Ferninterviews von Studieninteressierten bietet, geben manche Studentinnen und Studenten bis zu 10.000 Euro pro MBA-Bewerbung aus. Und mittlerweile gibt es schon hunderte an Beratungsfirmen, die ihre Dienste anbieten. Viele davon beschäftigen Alumni von Business Schools und werden von ehemaligen Zulassungsabteilungs-Leitern unterschiedlicher Hochschulen organisiert. Und sie sind erfolgreich, denn sie erweisen sich als nützliche Experten, wenn es um die oft komplizierten und zum Teil sehr verschiedenen Zulassungsverfahren an Business Schools geht.

Die Entwicklung in Bezug auf die Inanspruchnahme von professioneller Hilfe bei der Zulassung ist jedoch auch besorgniserregend, denn sie spaltet die Bewerberinnen und Bewerber in Gruppen – jene, die sich die Unterstützung leisten können und jene, denen dies nicht möglich ist. Dadurch gelangt man schnell zu einem Punkt, an dem es nicht mehr nur um das Weiterkommen geht, sondern um das grundsätzliche Schritt halten.

Manch renommierte Business Schools sind sich bewusst, dass sie als exklusive Orte betrachtet werden, an denen sich nur die Reichen oder diejenigen, die das Studiengeld zusammenkratzen können, bewerben können. Das ist auch der Grund, warum sie Millionen für Stipendien bereitstellen. Wer dann jedoch zusätzlich tausende Euro für eine erfolgreiche Bewerbung einkalkulieren muss, für den sind diese Stipendien – so man denn eines erhält – nur ein kleiner Trost.

Business Schools wissen außerdem, dass Bewerberinnen und Bewerber auf die Hilfe von Beratungsfirmen zurückgreifen um damit die Chancen auf eine Zulassung zu erhöhen. Kira Talent wollte es genauer wissen und befragte die Zulassungsstellen an 50 amerikanischen Top-Business Schools. Sie wollten herausfinde, ob die Zulassungsstellen der Ansicht wären, dass Studentinnen und Studenten, welche für ihre Bewerbung die Unterstützung von Beratern in Anspruch nehmen, sich dadurch einen unfairen Vorteil verschaffen: Rund die Hälfte der Befragten bejahte dies, die andere Hälfte verneinte es. Ein großer Anteil befürchtete, dass die Berater die individuellen Bewerbungen unecht machen und behandeln die perfekt ausgearbeiteten Essays deshalb eher mit Skepsis. Und 62% der Zulassungsstellen äußerten sogar die Sorge, dass die Berater den Studentinnen und Studenten dabei halfen, ihre Bewerbungen zu beschönigen.

Manche Business Schools wiederum kümmern sich nicht darum, wie eine Bewerbung entstanden ist und laden die Berater sogar auf den Campus ein, um dort mit den Mitarbeitern zu sprechen und so mehr darüber zu erfahren, auf welche Merkmale ihrer Kandidatinnen und Kandidaten sie Wert legen. Diese Business Schools erkannten, dass es vorteilhafter ist, mit den Beratern zusammenzuarbeiten als sie die Bewerber-Betreuung ohne Hintergrundwissen durchführen zu lassen.

Wie geht man also mit diesem Thema weiter um? Es macht keinen Sinn, das Tun der Berater zu unterbinden. Doch obwohl Business Schools mit manchen Beratern auf „Schmusekurs“ gegangen sind, sollte man den Blick wieder mehr in Richtung der Studierenden werfen. MBA-Studentinnen und –Studenten sind schlau und befassen sich gründlich mit denjenigen Schools, die als Studienort für sie in Frage kommen. Und sie werden weiterhin für Hilfe bezahlen, wenn ein Informationsvakuum auftaucht. Doch viele Business School haben mittlerweile den Informationspool auf ihren Websites erweitert und beschreiben dort sehr detailliert, worauf es ihnen bei der Zulassung ankommt. Dadurch wird die Notwendigkeit, einen eigenen Berater zu engagieren, um einiges minimiert und gleichzeitig verringert sich die Unerreichbarkeit der Zulassung an einer elitären School.

 

 

Text-Quelle: www.economist.com

Bild-Quelle: www.footage.framepool.com

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