Wo gibt es die echten Online-MBA-Programme?

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Ein MBA-Studium (Master of Business Administration) setzt bereits Berufserfahrung voraus. Deswegen stellt sich bei MBA-Kandidaten oft die Frage, ob das weiterführende Management-Studium auch neben dem Job absolviert werden kann. Idealerweise komplett online, mit digitaler Wissensvermittlung und Online-Interaktion. Und ohne Präsenzpflicht in Wochenendseminaren.

Bitte beachten

Man sollte sich nie auf die bloße Bezeichnung „online“ verlassen. Manche Anbieter nennen ihre alten Fernstudiengänge heute „Online-Studium“. Daher genau prüfen: Willst Du mit Videolektionen studieren oder sind auch Textskripte akzeptabel? Bekommst Du 100% digitale Übermittlung oder gibt es Pflichtseminare?

Prüfe auch den akademischen Titel, den das Studium verleiht. Ist es wirklich der gewünschte MBA-Grad, mit dem Du bei Arbeitgebern punkten willst? Ist der Studiengang akkreditiert (vor allem bei internationalen Anbietern)?

Echte Online-MBAs

Vollständige Online-MBAs im Stil der erfolgreichen MOOCs (massive open online courses) sind derzeit noch in der Entstehungsphase. Hier spielen digitale Videolektionen, Online-Interaktion über Diskussionsforen, Live-Webinare und auch digitale Business Cases und Prüfungen eine Rolle.

Bei den führenden Online-Kursplattformen tut sich einiges:

  • Der weltweit wichtigste Anbieter von Online-Kursen, Coursera, bietet ein Online-MBA-Programm an. Das iMBA genannte Online-Studium verleiht den Abschluss der University of Illinois. Das Studium enthält Specializations, also Kursserien zu verschiedenen Themen. Dazu kommt die Online-Interaktion rund um das Studium.
  • International dicht auf den Fersen von Coursera ist der Anbieter edX, der als Online-Plattform für Kurse aus Harvard und des MIT bekannt wurde. Auch hier wurde kürzlich ein eigenes Online-MBA-Studium entwickelt, was inzwischen zur Einschreibung bereitsteht.
  • Und auch der europäische Online-Kursanbieter FutureLearn aus Großbritannien entwickelt gemeinsam mit der englischen Coventry University ein digitales MBA-Programm.

Doch auch mit bestehenden Kursangeboten von Business Schools gibt es flexible Lernmöglichkeiten im Internet:

Ein Online(?)-Fernstudium

Bei den Fernstudiengängen besteht die Frage der Abgrenzung zwischen echten Online-Inhalten und eher traditionellen Fernstudium-Strukturen.

Nicht immer wird auf Präsenzseminare verzichtet – und auch die Studienunterlagen werden teils als Textskript statt im Videoformat bereitgestellt. Man sollte daher eine genaue Prüfung der Studienform vornehmen und selbst entscheiden, welche Online-Elemente unverzichtbar sind. Pflichtseminare behindern zwar die Flexibilität, können aber für Networking-Zwecke interessant sein.

Bei Unklarheiten vor der Einschreibung auf eindeutige Auskünfte der Anbieter-Hotlines bestehen!

Bekannte MBA-Programme in Deutschland, die mit dem Online-Etikett versehen werden, sind unter anderem:

  • Die IUBH Internationale Hochschule mit einem als „Fernstudium / Onlinestudium“ bezeichneten Angebot, das allerdings auch einzelne Präsenzanteile enthält und auf Deutsch oder Englisch absolviert werden kann;
  • Die SRH Fernhochschule / Mobile University, deren Master of Business Administration mit Präsenzveranstaltungen auf freiwilliger Basis arbeitet.

Da der Master of Business Administration im englischsprachigen Raum entstand, gibt es dort eine unendliche Vielfalt von Fern- und (teils) Online-Angeboten. Beispiele sind:

  • Die britische Open University (entspricht der deutschen Fernuni Hagen), deren MBA-Fernlehrprogramm bereits über 25.000 Studenten absolviert haben (zum Studiengang);
  • Die Warwick Business School, die in entsprechenden Rankings relativ gute Plätze belegt hat (zum Studiengang);
  • Die amerikanische George Washington University, bei der ein Online- oder Hybridformat gewählt werden kann (zum Studiengang);
  • Die englische University of Birmingham, die ebenfalls ein 100%iges Online-Lernerlebnis verspricht (zum Studiengang).

Das Online-MBA-Ranking der Financial Times

Für eine qualitative Wertung der internationalen Online-Angebote eignet sich das bekannte Ranking der Financial Times. (Hinweis: die Ranking-Tabelle muss einige Sekunden laden.) Dort werden jedes Jahr die wichtigsten Business Schools der Welt mit ihren Management-Studiengängen verglichen. Über einen Filter kann der Online-Anteil am gesamten Lehrangebot der MBA-Programme dargestellt werden. Trotzdem empfiehlt sich auch hier eine eigene Überprüfung der Unterrichtsformen!

Wichtige MBA-Inhalte (ohne Abschluss)

Wer sich lediglich für eine inhaltliche Weiterbildung im gehobenen Managementbereich interessiert, aber keinen akademischen Grad anstrebt, kann mit videobasierten Online-Kursen einiges erreichen:

  • Die Kernbausteine eines MBA-Studiums gibt es beispielsweise in einer Online-Kursserie der University of Maryland bei edX. Hier lernt man zu Themen wie Marketing, Buchhaltung, Leadership und Strategie über einzelne Videokurs-Blöcke verteilt.
  • Der ehemalige Goldman Sachs-Banker und Venture Capital Manager Chris Haroun bietet die aus seiner Sicht wichtigsten MBA-Inhalte in einem kurzen Online-Crashkurs bei Udemy an. Hier sind 8 Stunden Videolektionen und weiterführende Inhalte verfügbar. (Originalversion auf EnglischVersion auf Deutsch)
  • Ein Online-Projekt, das einigen Medienrummel verursachte, ist der sogenannte No-Pay-MBA. Dort versuchte eine Online-Studentin, sich mit der Kombination kostenloser Videokurse einen individuellen Studiengang zusammenzustellen. Der Haken dabei: Die ersten Kosten entstehen sofort, da das Buch mit der entsprechenden Anleitung zunächst erworben werden soll.
  • Ähnlich funktioniert auch das MBA-Programm von Smartly. Hier werden kostenlose Inhalte zur Verfügung gestellt, allerdings ist die Zulassungsquote für Studierende mit weniger als 10% der Bewerber sehr restriktiv. Das Programm ist zudem bisher nicht akkreditiert, es entspricht also nicht einem vollwertigen Universitäts-MBA.

Vorbereitungskurse: Die eigene MBA-Performance verbessern

Eine weitere Möglichkeit, das Internet für ein erfolgreiches Management-Masterstudium einzusetzen, sind ergänzende Kurse zur Studienvorbereitung. Hier sind vor allem die Online-Kursserien der University of London bei Coursera sowie der Imperial College Business School bei edX erwähnenswert. Die dort gelehrten Grundlagen zu Finanzen, Statistik, Mathematik und weiteren Basisthemen können auch für reguläre BWL-Studenten eine relevante Lernmöglichkeit sein. Für Studienvorhaben auf Englisch stehen zudem natürlich digitale Sprachtrainings im akademischen Englisch oder Business Englisch bereit.

Kurse zum GMAT und Zulassungsverfahren

Schließlich kann man Online-Kurse auch bereits vor Studienbeginn für eine erfolgreiche Bewerbung nützen. So kann man beispielsweise Tipps zum Zulassungsverfahren der Business Schools erhalten. Oder auch an einem Online-Training zur Verbesserung des eigenen GMAT Scores teilnehmen.

Fazit:

  1. Klarer Vorteil der Online-Programme sind die zeitliche und räumliche Flexibilität. Zudem sind die Kosten oft geringer als vor Ort an der Business School. Als Zusatzqualifikation für den Lebenslauf kann der Titel so auch neben dem Beruf erworben werden. Nachteilig können dabei verminderte Networking-Möglichkeiten sein.
  2. Echte Online-MBAs gibt es bereits, die meisten Angebote bestehen jedoch aus der Weiterentwicklung klassischer Fernstudiengänge. Die genauen Online-Anteile unterscheiden sich stark zwischen den Anbietern.
  3. Wieviel Online-Anteil man in seinem Studium haben will, ist oft eine Entscheidung zwischen größerer Studienflexibilität und mehr persönlichen Netzwerkkontakten. Zumindest hinsichtlich der Studienmaterialien werden jedoch Anbieter mit modernen Online-Ressourcen (inkl. Videolektionen) oft bevorzugt.
  4. Für reine Management-Weiterbildungszwecke können sich auch hochwertige Online-Kurse eignen. Dann jedoch ohne den formellen akademischen Master-Abschluss.

 

Text-Quelle: edukatico.org

Bild-Quellen: mcelpeth, rawpixel/pixabay

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