Warum sich ein Start-up für MBA-Absolventen rentiert

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Viele Absolventen eines Post-Graduate-Studiums befürchten, dass sie sich mit einem Start-up übernehmen. Sie scheuen die damit verbundenen Kosten und haben Angst, dass Sie den Gürtel ihres Lebensstandards enger schnallen müssen. Aus diesem Grund ziehen Sie es meistens vor, im Angestelltenverhältnis zu bleiben.

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Betrachtet man jedoch die Gehaltdaten von 20- und 30-jährigen MBA-Absolventen, so zeigt sich genau das Gegenteil. Diejenigen, die ihren Karriereweg als Angestellter eines Unternehmens verlasen, sind nämlich weit davon entfernt, weniger zu verdienen als ihre sicherheitsliebenden Kollegen. Tatsache ist, dass Start-Ups durchschnittlich mehr verdienen als ihre Kollegen mit Festanstellung.

Im Rahmen einer von der Financial Times (FT) im Jahr 2015 durchgeführten Umfrage wurden 7.800 MBA-Absolventen an 100 weltweit führenden Business Schools auch zu Ihrer Meinung bezüglich eines Start-ups befragt. 22 Prozent davon haben schon während ihres Studiums oder gleich nach dem Studienabschluss eine Firmenneugründung geplant bzw. durchgeführt. 3 Jahre nach der Graduierung verfügten die Start-ups über ein Jahreseinkommen von durchschnittlich EUR 124.000,-, ihre angestellten Kollegen wiederum verdienten EUR 122.000,-.

Wenngleich die Entscheidung zu einer Firmenneugründung noch von einer Minderheit getroffen wird, so zeigte die Umfrage der FT,  dass eine MBA-Ausbildung den Start-ups beste Möglichkeiten und Erfolgschancen bietet. Und es stellte sich auch heraus, dass 84 Prozent der Start-ups, die nach ihrer Graduierung im Jahr 2011 den Weg in die Eigenständigkeit eingeschlagen haben, auch heute noch erfolgreiche Geschäftsführer ihres selbst gegründeten Unternehmens sind. Diese weltweite „Überlebensrate“ ist beeindruckend, wenn man bedenkt, dass die staatliche, finanzielle und steuerliche Unterstützung von Start-ups in vielen Ländern sehr unterschiedlich ausfällt.

4 von 5 MBA-Kursen, welche die meisten Start-ups hervorbringen, werden an Schools in den Vereinigten Staaten angeboten und diese 4 Programme haben sogar eine bessere Erfolgsrate als alle anderen Programme laut der an 100 internationalen Business Schools durchgeführten FT-Umfrage.

Betrachtet man dabei beispielsweise die Absolventen der Universität von Babson, welche im Jahr 2011 im Fach Entrepreneurship graduierten,  so haben 39 Prozent von ihnen ein Unternehmen gegründet, von denen 93 Prozent auch nach 3 Jahren nach wie vor bestehen. Ebenso beständig sind die Unternehmensgründungen an der MIT Sloan. Dort haben 36 Prozent der Absolventen aus dem 2011 ein Start-up durchgeführt und immerhin 86 Prozent davon gibt es nach 3 Jahren immer noch.

Die Ergebnisse der Financial Time-Umfrage wurde vom Lehrpersonal der an der Befragung beteiligten Business Schools natürlich mit großem Interesse aufgenommen, schließlich zeigte sich, dass die von ihnen gelehrte Theorie und Praxis ohne Frage jenen hilft, die sich für eine eigene unternehmerische Karriere entscheiden.

Das Image der Programme, die sich mit Entrepreneurship befassen, ist an den Business Schools ein klar positives. Im Rahmen vielfältiger Interviews, welche die FT-Mitarbeiter mit MBA-Studenten führten, kam zutage, dass 94 Prozent derjenigen Studenten, die schon während ihrer Studien ein Unternehmen gründeten, durch das Studium und die Lehrinhalte zum Start-up ermuntert wurden. Das passierte auch deshalb, weil sie merkten, dass die Studieninhalte ihnen ein optimales Fachwissen vermitteln und sie perfekt auf ihren Schritt ins individuelle Unternehmertum vorbereiten.

In der FT-Umfrage wurde außerdem festgestellt, dass 24 Prozent der Männer, welche den MBA-Fragebogen beantworteten, gesagt haben, sie hätten eine Unternehmensgründung durchgeführt wohingegen es bei den weiblichen Umfrageteilnehmern nur 16 Prozent waren. Diese Prozentzahl weicht kaum von der weltweiten Geschlechterverteilung in Bezug auf Start-ups ab. Eine bedeutende Minderheit der Umfrageteilnehmer gab zudem an, das Networking mit anderen Alumnis hätte nur beschränkten Wert und Einfluss auf ihr Start-up gehabt.

Es ließ sich außerdem feststellen, dass der berufliche Erfolg eines MBA-Absolventen im Angestelltenverhältnis verglichen zu einem, der ein Unternehmen gründete, in vielen Fällen von der jeweils besuchten Business School abhängig war. Die „Überlebensrate“ von Start-ups, die an den Top-5-Business Schools und deren Entrepreneurship-Programmen teilgenommen hatten, war signifikant höher. An der Spitze dieser Top 5 steht aktuell die Stanford Graduate School of Business in Kalifornien, wobei der Spitzenplatz nicht verwunderlich ist, liegt die School doch nur wenige Minuten von jener Gegend entfernt, in der sich die weltbesten Technikunternehmen und zugleich viele Risikokapitalunternehmen befinden, welche diese wiederum finanzieren.

Trotz des Erfolgs von MBA-Absolventen, die beschließen, sich selbstständig zu machen, ist der Ansturm auf Entrepreneurship-Programme noch überschaubar. Immerhin gaben 42 Prozent der Teilnehmer an der FT-Umfrage an, dass sie ihren Start-up nicht bereut haben und dieser nach wie vor ihre Haupteinkommensquelle darstellt.

 

Text-Quelle: Financial Times

Bild-Quelle: Pixabay

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