Trotz MBA – die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen bleibt offen

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„Frauen verdienen weniger als Männer.“ Stimmt diese Aussage wirklich, oder kommt es nur darauf an, in welcher Branche „Frau“ arbeitet und welche Ausbildung sie genossen hat? Macht ein Master of Business Administration Studium einen Unterschied bei der Gleichstellung von Männern und Frauen in Bezug auf die Gehältervergabe und was versteht man eigentlich unter einer „Gehaltsschere“?

Gehaltsschere

All diese Fragen sollen in unserem aktuellen Blog-Artikel geklärt werden. Natürlich gilt ein MBA Studium auch für Frauen als Karrierebeschleuniger, mit dem oftmals ein Platz in einer höheren Managementposition angestrebt wird. Doch bringt eine bessere Position innerhalb des Unternehmens Frauen im Vergleich zu ihren ebenbürtigen männlichen Kollegen die gleiche Gehaltsstufe? Laurent Ortmans ist Redakteur der Financial Times und hält fest: „Woman who studied for a full-time MBA see their salaries rise an average 87 per cent in the four to five years between starting their programme and being back in the workplace for three years, but their male counterparts see salary rises of 96 per cent.” (ebd. 2015: ft.com)

Darüber hinaus stellt er fest, dass Männer im Alter von 28 Jahren 10 Prozent mehr verdienen als Frauen des gleichen Alters. Drei Jahre nach einem MBA Abschluss hat sich dieses Ungleichgewicht sogar auf 15 Prozent erhöht. Für diese Entwicklung können verschiedene Gründe verantwortlich sein:

  • Die Gehaltsschere ist mit dem jeweiligen industriellen Zweig verbunden, in dem das Unternehmen tätig ist
  • Eine große Prozentzahl an Frauen arbeitet in Branchen, die grundsätzlich niedriger entlohnt werden (z.B. in der Bildung oder im Non-Profit Sektor)
  • Frauen werden zaghafter und langsamer unterstützt und gefördert

Daher ist es nachvollziehbar, dass Frauen sich davor scheuen, ein Master of Business Administration Studium überhaupt in Betracht zu ziehen. Das sehen Julia Yoo und Emily Feldman genauso. Beide haben ein MBA Studium absolviert und betonen: „Many women continue to struggle with the decision to attend business school, fearing the cost, the commitment and the competitive environment.“ (ebd. 2015: ft.com) Gleichzeitig nennen sie vier verschiedene Gründe, die Frauen von einer MBA Ausbildung abhalten könnten und entkräften diese zum Teil durch ihre eigenen Erfahrungen.

  1. Ein MBA Studium verschlingt viel Geld
  2. Die Familie wird zurückgestellt
  3. Für Frauen birgt eine MBA Ausbildung eine ablehnende Umgebung
  4. Mangelndes Selbstbewusstsein auf Seiten der Frauen

Der Besuch einer Business School kann mitunter teuer werden, aber auch ein solides Investment darstellen. „Despite the steep and intimidating price tag, an MBA can lead to a lifetime earning potential of more than $3 million, according to one study that reveals it takes, on average, about four years to recoup the return on investment of an MBA.“ (Yoo/Feldman 2015: ft.com) Darüber hinaus waren die beiden MBA Absolventinnen überrascht, einige Väter und Mütter während des Studiums kennen zu lernen. Sie schafften den Spagat zwischen Familie und Ausbildung. Ob sie zusätzlich auch in ihrem Job tätig geblieben sind, wird nicht ersichtlich. Es besteht also Hoffnung, den verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens gewachsen und gleichzeitig erfolgreich zu sein.

Nichtsdestotrotz begeben sich Studentinnen in eine Umgebung, die nicht nur aus friedlichen Diskussionen und der Entwicklung von Ideen besteht. In einer MBA Ausbildung werden besonders das aktive Arbeiten und die Eigeninitiative gefordert und erwartet. Die Erfahrungen von Yoo und Feldman werden an dieser Stelle wie folgt beschrieben. „Yes, we’ve had classes where certain men – and women – dominated the conversation or over-managed projects. However, in our experience, students and professors work extremely hard to get every voice heard.” (ebd. 2015: ft.com)

Es wird also deutlich, dass ein MBA Studium für Frauen ein attraktives Angebot ist, welches realisierbar und nützlich sein kann. Nichtsdestotrotz geht die Schere der Gehälter zwischen Männern und Frauen immer noch auseinander.

Was ist eine Gehaltsschere?

Wie der Ausdruck „Gehaltsschere“ bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei um die Unterschiede in Bezug auf die Gehälter von Frauen und Männern. Bei der Erhebung der Differenzen wird allerdings oft keine Rücksicht auf die jeweilige Branche genommen, in der „Mann“ beziehungsweise „Frau“ arbeitet. Stattdessen wird das Durchschnittsgehalt Gehalt ermittelt, aber ohne Rücksicht auf die Funktion, die jemand innehat, oder auf das Unternehmen, in dem gearbeitet wird. Zudem bezieht sich die Gehaltsschere ausschließlich auf das Gehalt der Person und berücksichtigt keine weiteren Einkünfte (z.B. aus Vermietung oder Verpachtung). Für die Existenz der Gehaltsschere gibt es unterschiedliche Gründe:

  • „Männer sind mehr im Vollzeiterwerb, Frauen sind mehr in Halbtagsjobs beschäftigt
  • Männer haben die gefährlicheren und dreckigeren Jobs wie z.B. Tunnelbau, Elektrotechnik, Kraftwerksbau, Müllabfuhr, Kanalräumer, LKW-Fahrer, Rauchfangkehrer, Dachdecker, KFZ-Mechaniker, Stahlerzeugung, chemische Industrie
  • Frauen haben die „schöneren“ und ungefährlicheren Jobs: Friseurin, Kosmetikerin, Handelsangestellte
  • Männer arbeiten länger und machen wesentlich mehr Überstunden.“ (gehaltsschere.at)

Trotz aller Weiterbildungsmöglichkeiten und statistischen Tücken bleibt eine Feststellung am Ende konstant: „Frauen verdienen deutlich weniger als Männer. Diese Erkenntnis haben viele Vergleiche immer wieder zutage gefördert. So liegt der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen laut Statistischen Bundesamt 22 Prozent unter denen ihrer männlichen Artgenossen.“ (Martin Greive 2014: welt.de)

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