Suchspiel zur Vielfalt an Business Schools: Finden Sie die Ladies!

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Für Business Schools ist es nach wie vor eine Herausforderung, Frauen zur Fortbildung im Management zu ermutigen – doch immer mehr Schools stellen sich ihr. The Economist hat schon mehrfach darüber berichtet, dass die Management-Ausbildung nach wie vor „a man`s world“ ist – trotz der Zusagen vieler Business Schools, die Geschlechterparität zu verbessern.

An den Schools des letzten von The Economist veröffentlichten Rankings sind durchschnittlich nur 35% der Klasse weiblich. Diese jämmerliche Anzahl hat sich im vergangenen Jahrzehnt kaum verändert. So lag der Durchschnitt der Anzahl weiblicher Studienteilnehmer im Jahr 2006 zum Beispiel bei 31%.

Eine neue Umfrage zeigt, dass Schools im Hinblick auf die Frauenquote mehr tun müssen als das Studium einfach als eine Art Ware zu vermarkten. Das Sprichwort, dass Frauen von der Venus und von den Männern vom Mars sind, ist zwar reduktiv und malerisch, aber es gibt doch einige Unterschiede zwischen den Geschlechtern. CarringtonCrisp, eine Bildungs-Marketing-Firma, befragte zu diesem Thema 1.000 MBA-Bewerberinnen und -Bewerber aus der ganzen Welt. Dabei zeigte sich, dass sich Business Schools größeren Herausforderungen stellen müssen als gedacht, wenn sie mehr Frauen für ein Studium gewinnen wollen.

In der Umfrage sagten beide Geschlechter gegenüber CarringtonCrisp aus, dass die akademische Reputation das wichtigste Kriterium bei der Auswahl eines Programms ist. Aber bei den weiteren Kriterien gibt es genauso so viele Gegensätze wie Gemeinsamkeiten. Frauen priorisieren beispielsweise die Qualität des Unterrichts und richten ihren Fokus auf den Gesamtbetrag, den sie für die einzelnen notwendigen Kurse ausgeben müssen.

Männern wiederum ist es wichtig, dass die Business School, an der sie studieren, sehr gute Beziehungen zur Industrie hat und sie rechnen eher den Wert dieser Beziehung aus als die Summe des Studiengesamtaufwands. Männer sehen den MBA- oder Master-Titel als transaktionale Erfahrung und als Möglichkeit, damit schneller die Karriereleiter hochzuklettern. Frauen hingegen betrachten ein abgeschlossenes MBA- oder Master-Studium als eine ganzheitliche Erfahrung, mit deren Hilfe sie sich besser vernetzen können. Gleichzeitig möchten Frauen durch eine allgemeine Managementausbildung die Grundlagen der Wirtschaft besser verstehen und beherrschen – ein Ziel, für das der MBA ursprünglich auch gegründet wurde.

Während eine von vier Frauen die Studiendauer eines Programms als wichtig erachtet, sieht das bei den Männern nur einer von acht ebenso. Das deutet darauf hin, dass viele Frauen, die sowohl eine Karriere als auch eine Familie haben wollen, sich intensiver Gedanken darüber machen, wie lange sie aus dem Arbeitsleben wegbleiben und dadurch auf einen regelmäßigen Lohn verzichten müssen.

Es gibt außerdem einen geschlechterspezifischen Unterschied darin, welche Fähigkeiten man mit einem MBA erwerben möchte. Während deutlich mehr Männer als Frauen ihr unternehmerisches Know-how optimieren wollen, konzentrieren sich Frauen mehr auf das kritische Denken und auf die Verbesserung ihres Verhandlungsgeschicks. Es scheint, dass Frauen deshalb mehr Wert auf diese Fähigkeiten legen, weil sie erkennen, dass sie in der Geschäftswelt öfter und besser verhandeln müssen, weil es einfach noch zu viele Vorurteile ihnen gegenüber gibt. In dieser Angelegenheit ist auch interessant, dass Männer sich weniger damit befassen, ihr Selbstbewusstsein aufzubauen als dies Frauen tun.

Patricia Deyton, die vorsitzende Dekanin der Absolventen-Programme am Simmons College in Boston, an welchem bis vor kurzem nur Frauen unterrichtet wurden, merkt zu dieser Thematik an, dass sich eine Frau dann in einer sehr starken Position befindet, wenn sie ihr MBA-Studium präzise absolviert und erfolgreich abgeschlossen hat und wenn sie die Geschlechterdynamik versteht und weiß, wie man sie überwindet. Frauen mit diesem Verständnis können jene Hindernisse leichter überwinden, welche ihren beruflichen Aufstieg behindern.

Es gibt nichtsdestotrotz eine Sache, welche die Geschlechter vereint: Rund die Hälfte aller Befragten schätzen Leadership-Qualitäten als die wichtigste Fähigkeit ein, die sie während ihres MBA- oder Master-Studiums erlernt haben – und dies gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Im Lichte dieser neuen Erkenntnisse sollte es Top Business Schools möglich sein, mehr Frauen für ihre Programme zu begeistern und es bleibt die Hoffnung, dass noch mehr Frauen ihre Leadership-Ausbildung im Berufsleben integrieren sowie umsetzen und dadurch bestehende Hürden mit Bravour meistern.

Text-Quelle: www.economist.com

Bild-Quelle: www.bilder.t-online.de

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