Wie viel Gehalt man mit einem MBA- oder Business-Master-Abschluss bekommen kann

Veröffentlicht am

Zwei Studien des Graduate Management Admission Council (GMAC) besagen: Ein MBA-Studium ist nach wie vor ein Ticket für ein hohes Gehalt – vor allem in den USA. Masterprogramme können in Sachen Vergütung noch nicht ganz mithalten, sind aber bei Arbeitgebern immer beliebter.

Absolventen und Absolventinnen von Business Schools weltweit verzeichneten zuletzt einen prozentualen Anstieg ihrer Gesamtvergütung (Grundgehalt plus alle Vergütungsbestandteile) um 29 Prozent. Nordamerikanische Vollzeit-MBA-Absolvierende steigerten ihre Gesamtvergütung sogar um 50 Prozent – von einem Median der Gesamtvergütung von 80.000 US-Dollar vor dem Studium auf 120.000 mit Abschluss. Das ergab eine Befragung von 1.718 Personen in 57 Ländern, die das Graduate Management Admission Council (GMAC), eine weltweite Vereinigung von Business Schools, im Mai und Juni 2022 durchgeführt hat. Die Teilnehmenden der Studie haben an fast 300 verschiedenen Business Schools studiert.

Vollzeit-MBA sorgt für stärkste Gehaltssteigerungen weltweit

Dem „Enrolled Students Survey 2022 Summary Report“ von GMAC zufolge unterscheiden sich die Gehälter und Gehaltssteigerungen je nach Weltregion und Programmtyp. Beispiel Nordamerika: Der Medianwert von 120.000 US-Dollar Gesamtvergütung von Personen mit Full-time-MBA ist etwas niedriger als der von berufsbegleitenden MBA-Absolvierenden (130.000 Dollar) und höher als der von Absolventen von Business-Master-Studiengängen (110.000 Dollar). Der durchschnittliche Anstieg bei Absolvierenden eines Vollzeit-MBA lag mit 60 Prozent insgesamt deutlich höher als bei berufsbegleitenden MBA-Programmen (38 Prozent) und Business-Master-Programmen (29 Prozent).

Größte Gehaltssprünge in Europa bei Business Mastern

In Europa fallen die Gehaltssteigerungen beim MBA mäßiger aus als anderswo: Beim berufsbegleitenden MBA stieg der Median der Gesamtvergütung von 80.000 US-Dollar vor auf 105.000 nach dem Studium (31 Prozent Gehaltsplus). Der Full-time-MBA hat nicht zu einem signifikanten Gehaltsanstieg geführt – das Mediengehalt lag bei den Befragten vor und nach dem Studium bei etwa 110.000 Dollar. Gehaltssprünge zeigen sich in Europa vor allem bei Business-Master-Programmen: Im Median erhielten die befragten Personen vor dem Studium 70.000 Dollar und steigerten das Gehalt auf 100.000 danach (42 Prozent Gehaltsplus).

Inflation trübt den monetären Wertgewinn

Bereits im Februar und März 2022 hatte GMAC fast 1.000 Personalvermittlerinnen und Personalvermittler sowie Personaldienstleister aus aller Welt für seine jährliche Corporate Recruiters Survey befragt. Bezüglich des Gehalts ergab sich ein ähnliches Bild wie bei der Befragung der Absolvierenden: Am höchsten sind die durchschnittlichen Einstiegsgehälter in den USA, wo frischgebackene MBAs mit rund 115.000 Dollar einsteigen. Der Wert ist seit drei Jahren unverändert geblieben. Im gegenwärtigen inflationären Umfeld bedeutet dies allerdings einen realen Wertverlust der MBA-Gehälter.

Arbeitgeber wertschätzen Masterabschlüsse zunehmend

Die Antworten der Personalverantwortlichen deuten darauf hin, dass US-Unternehmen im Jahr 2022 frischgebackenen Masterabsolvierenden höhere Einstiegsgehälter bieten wollen. Die Gehaltsmediane sind im Vergleich zum letzten Jahr für Master of Finance von 95.000 auf 110.000 US-Dollar und für Master of Data Analytics von 95.000 auf 105.000 US-Dollar gestiegen. In Europa liegen die Einstieggehälter deutlich darunter. Wer einen Master in Management oder Master in Business Analytics hat, steigt laut der Befragung mit etwa 45.000 US-Dollar ein – mit dem gleichen Gehalt wie erfahrende Beschäftigte aus der Branche, die kein solches Studium haben. Doch der Wert eines Business Master liegt auch darin, dass diese Abschlüsse so stark gefragt sind, vor allem der Master in Business Analytics: Neunzig Prozent der westeuropäischen Unternehmen planen, im Jahr 2022 Personen mit einem solchen Abschluss einzustellen.

Weiterbildungsmöglichkeiten als Teil des Vergütungspakets

In Zeiten hoher Inflation suchen Unternehmen laut der GMAC Corporate Recruiters Survey nach neue Leistungspaketen. Besonders im Trend liegen Zuschüsse bei der Ausbildung, wie etwa die Erstattung von Studiengebühren und Stipendien: 54 Prozent der Arbeitgeber bieten dies im Jahr 2022 an – im Vergleich zu 35 Prozent im letzten Jahr. 81 Prozent der Personalverantwortlichen gaben an, dass berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, wie die Mitgliedschaft in Berufsverbänden oder die Teilnahme an Konferenzen, Teil ihres Gesamtleistungspakets sind – gegenüber 76 Prozent in 2021. Insgesamt planen 40 Prozent der Unternehmen weltweit, Corporate Volunteering zu ermöglichen – Vergleichsdaten aus dem Vorjahr gibt es dazu nicht. In Westeuropa hinken die Arbeitgeber bei derartigen Vergütungsalternativen hinterher: So bieten etwa nur 42 Prozent der Unternehmen Unterstützung bei der Ausbildung und nur 22 Prozent Corporate Volunteering.

Signing Bonus weiterhin vor allem in den USA verbreitet

Insgesamt plant mehr als die Hälfte der befragten Personalverantwortlichen, neuen Mitarbeitenden mit einem Abschluss an einer Business Schools im Jahr 2022 einen Unterzeichnungs- oder Startbonus anzubieten – einen sogenannten „Signing Bonus“. In den USA tun dies mehr als drei Viertel der Arbeitgeber (76 Prozent). In Europa sind es nur ein Drittel (33 Prozent). Die Boni sind in den USA außerdem umfangreicher. Der Median der Einstiegsprämien, der in diesem Jahr fließen soll, liegt bei 10.500 US-Dollar. In Westeuropa stehen nur 5.000 US-Dollar zur Verfügung.

 

 

Text-Quelle: haufe.de, Artikel der freien Journalistin Stefanie Hornung

Bild-Quelle: Pixabay