Für ein MBA-Studium muss man kein Artist sein

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Wobei so mancher Student zumindest bildlich den Spagat beherrschen sollte – nämlich, wenn er das Studium, den Job und das Privatleben unter einen Hut bringen will. Im folgenden Artikel kommen 4 MBA-Studierende zu Wort, die über diese „Kunst“ berichten.

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Bestmögliches Zeitmanagement ist gefragt

Jakob Weinknecht etwa hat im September 2014 mit dem Studium des „International MBA in Management & Communications“ an der FH der Wirtschaftskammer in Wien begonnen und muss seitdem sein Hobby oft zurückstellen: Der begeisterte Motorradfahrer besucht stattdessen halbe Freitage und volle Samstage im Hörsaal. Selbst während der Woche widmet der studierte Wirtschaftswissenschafter zwischen acht und zehn Stunden an der FH seinem weiterführenden Studium. Doch der 38-Jährige Salzburger lernt mit Begeisterung und weiß den Experimentierraum, den ihm die FH bietet, sehr zu schätzen. Im Vergleich zu seinen Kommilitonen, die während des Studiums die Praxis üben, muss er im wahren Arbeitsleben Entscheidungen treffen und diese haben in der Folge auch reale Auswirkungen. Damit er im Studium rasch vorankommt, hat Jakob Weinknecht bei seinem Arbeitgeber für Juni und Juli 2015 um zwei Monate Bildungskarenz angesucht und diese idealerweise genehmigt bekommen. Innerhalb dieses Zeitraums wird er für 2 Wochen an einem Auslandsmodul in Texas teilnehmen und sich im Anschluss daran in seine Master-Thesis vertiefen, die ihm den MBA-Titel und weiterem Erfolg im Berufsleben bringen soll.

Frauen sind auf der Karriereleiter rar

Das weiß zum Beispiel Katharina Alavian, die an der LIMAK Austrian Business School das MBA-Studium „Controlling and Performance Management“ absolviert und dabei beinahe allein auf weiter Flur ist. Sie bestätigt die Tatsache, dass der Kollegenkreis umso männerlastiger wird, je höher man die Leiter hinaufklettert. Die 50-Jährige Wahllinzerin steht dem Lernen und der Fortbildung nach einem BWL-Studium in Graz und vielen Jahren beruflicher Praxis durchwegs positiv gegenüber. Sie hat im Radio einen  Bericht über ein Frauenförderungsstipendium des Landes Oberösterreich gehört und sich erfolgreich darum beworben. Dabei besaß sie das große Glück, dass ihr MBA-Studium zur einen Hälfte vom Land und zur anderen Hälfte von ihrem Chef bezahlt wird, was nicht zuletzt auf den guten Dialog mit ihrem Vorgesetzten zurückgeführt werden kann. In Bezug auf die zeitliche Komponente des Studiums weist Katharina Alavian darauf hin, dass man diese nicht unterschätzen dürfe, weil zum Beispiel der Aufwand für Hausübungen sehr zeitintensiv ausfallen kann. Hilfreich ist dabei jedoch, dass sämtliche Übungen einen reellen Bezug zum eigenen Unternehmen aufweisen. Zusätzlich profitiert sie davon, dass sie zur Bearbeitung der Übungen an den Wochenenden die Büro-Infrastruktur nutzen darf und ihr Chef sich sogar dazu bereit erklärte, ihre Arbeiten zu lesen und mit ihr zu besprechen. Nicht nur im Berufsleben, auch bei ihr zu Hause hat sie großartige Unterstützung bekommen etwa durch ein zuverlässiges Au-pair-Mädchen, das sich um ihre kleine Tochter kümmert. Eine andere Lösung wäre auch kaum vorstellbar gewesen, da ihr Mann ein in Vollzeit beschäftigter Chirurg ist und sie selbst zwei Mal täglich je eine halbe Stunde zwischen ihrem Zuhause und dem Arbeitsplatz pendelt. Doch der MBA-Studentin ist bewusst geworden, dass ein Studium alleine zum Erreichen von Toppositionen oft nicht ausreicht, weshalb sie sich zur Fortsetzung ihres Bildungsweges entschied. Aufgrund der Begeisterung über die LIMAK-Vortragenden überlegt sie sogar, nach Beendigung ihrer Master-Thesis weitere Kurse anzuhängen – ganz nach dem Motto des lebenslangen Lernens.

Alles ist machbar, wenn einem die Familie unter die Arme greift

Das bestätigt gerne Christoph Dottolo, der das Personalcontrolling der Salzburg AG leitet und sein „International Executive MBA“-Studium im Jahr 2014 an der Business School der Universität Salzburg (SMBS) erfolgreich beendet hat. Er hat sich zu diesem Schritt entschlossen, da er in seinem Betrieb eine Leitungsposition übernommen hat. Im Rahmen seines 4-semestrigen Studiums profitierte der Ehemann und Vater eines 3-jährigen Jungens besonders von den Auslandsmodulen, die er in Moskau, Marburg, London, Washington und Schanghai sowie in Bangkok verbrachte. Fachlich gesehen zog er enormen Profit aus seiner Fortbildung, denn er lernte es, im Management neue Wege einzuschlagen sowie frische Strukturen zu schaffen und innovative Methoden anzuwenden. Als Preis dafür musste er 2 Jahre lang auf seinen Urlaub verzichten, denn diese Zeit nutzte er komplett zum Vorankommen im Studium. Funktioniert hat dies aber nur, weil er dieses Vorgehen genauestens mit seiner Frau besprochen hat und im Vorfeld wusste, dass er den gewünschten MBA-Abschluss nach zwei Jahren schaffen konnte.

Verzicht und Opfer für den Lernerfolg

Auch Mikrobiologin Eva Wanzenböck verzichtete zugunsten ihres 2-jährigen Studiums des Executive-MBA An der Donau-Uni Krems auf ihren Urlaub. Auslöser für die Entscheidung zum Studium war für die 46-Jährige das Angebot, bei Romer Labs, dem im niederösterreichischen Tulln angesiedelten Hersteller von diversen Diagnostik-Lösungen, den Posten des Managing Directors zu übernehmen. Sie wurde in dieser Position tatkräftig von Kollegen unterstützt, die sie aber nicht in zu großem Ausmaß in Anspruch nehmen wollte. Aus diesem Grund sammelte sie über einige Zeit Urlaubstage zusammen und besprach ihre Studienpläne ihrem Partner gesprochen, der sich verständnisvoll zeigte und in ihrem Studienwunsch bestärkte. Da sie als Managerin viel reist, nahm sie auf Langstreckenflügen einfach ihre Lernunterlagen mit und nützte die Zeit in der Luft nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zum Pauken. Es kam jedoch niemals das Gefühl auf, sie hätte zu wenig Zeit für sich, denn sie konnte beispielsweise ihrem Lieblingshobby, dem Laufen, jederzeit nachgehen. Aufgrund von viel Disziplin und mit eisernem Willen hat sie das MBA-Studium mit Erfolg abgeschlossen und an ihrem Arbeitsplatz schon die nächste Karrierestufe erklommen – sie wurde zur globalen Leiterin der von ihr geführten Division. Und auch sie gehört zu denjenigen, die sich bereits einer neuen Herausforderung widmen – sie will jetzt nämlich Spanisch und Italienisch lernen!

 

Text-Quelle: http://www.salzburg.com/

Foto-Quelle: Pixabay

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