Das wird teuer! – Studiengebühren in Asien steigen weiter an

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Ein Master of Business Administration Studium ist eine Ausbildung, die nicht mal eben aus der Portokasse bezahlt werden kann. Immense Preissteigerungen in den unterschiedlichen Ländern sind an der Tagesordnung. Wo der MBA-Abschluss am teuersten ist und wo das beste Preis-Leistungs-Verhältnis herrscht, ist für angehende Studenten und Studentinnen besonders interessant, denn nicht jede/r bekommt ein Stipendium, das diese Ausbildung finanziert.

Studiengebühren

Europa – USA – Asien

Wer in Deutschland ein MBA-Studium anstrebt kann im Vergleich zu anderen europäischen Ländern und den USA auf relativ „günstige“ Preise hoffen. So fand eine Staufenbiel Studie heraus, dass 43 Prozent der Vollprogramme in Deutschland zwischen 20.000,- und 50.000,- Euro kosten. 24 Prozent der Programme kosten sogar weniger als 10.000,- Euro. Im Hinblick auf Europa muss mit weitaus höheren Kosten gerechnet werden: „73 Prozent der Schulen verlangen zwischen 20.000,- und 50.000,- Euro für ihre Vollzeitprogramme. 17 Prozent übertreffen die Schallgrenze von 50.000,- Euro. Im Schnitt kostet ein europäisches Vollzeitprogramm 37.500,- Euro.“ (Linda Andres et.al. 2013: staufenbiel-institut.de) Im Vergleich dazu kostet ein Teilzeitprogramm im Schnitt 33.400,- Euro und ist somit etwas günstiger als das Vollzeitangebot.

Wer ein Master of Business Administration Studium in den USA anstrebt, muss allerdings noch tiefer in die Tasche greifen. So müssen Studenten und Studentinnen in Amerika für ein Vollzeitprogramm rund 82.900,- Euro investieren. Die Studiendauer beeinflusst dabei die Höhe der Studiengebühren. „In Europa dominiert das einjährige Modell, an den amerikanischen Schulen dagegen das zweijährige. Der zeitliche Vorteil macht sich auch bei den Studiengebühren bemerkbar – wie bei der Bahn ist das schnellere Produkt auch das teurere.“ (Axel Gogler 2012: karriere.de)

Mittlerweile bieten allerdings nicht nur Europa und die USA Master of Business Administration Studiengänge an, welche die Studenten und Studentinnen zur Kasse bitten, auch der asiatische Markt befindet sich stark im Wachstum. „Dass die Preise für MBA- und Executive-MBA-Programme jedes Jahr um ein paar Tausend Euro oder Dollar steigen, daran haben sich die Bewerber gewöhnt. In Asien wird das auch so bleiben. An den Top-Schulen in den USA oder Europa könnte die Preistreiberei allerdings bald ein Ende haben. Die asiatischen Schulen haben enorme Anstrengungen unternommen, um professioneller und vor allem internationaler zu werden. Heute wollen weit mehr MBA-Interessenten aus asiatischen Ländern, aber auch aus der westlichen Welt dort studieren.“ (Stefani Hergert/Hannes Vogel o.J.: wiwo.de)
Aber auch wenn sich der Markt in Europa und den USA zu beruhigen scheint, können solche Preissteigerungen überhaupt nachvollzogen werden?

Gründe für massive Preissteigerungen

Ein MBA-Studiengang unterscheidet sich zwar in weiten Teilen von einem herkömmlichen Master oder Bachelor Studiengang an einer Universität, doch rechtfertigen diese Unterschiede den enormen Kostenaufwand? Einer der größten Unterschiede nach der Beendigung eines Master of Business Administration Studiums ist das Gehalt, das sich schnell einmal verdoppeln kann. So entsteht rasch der Eindruck, dass sich die Schulen von diesem Kuchen ein Stück abschneiden möchten.

Studiengebühren

„Mit den Produktionskosten eines MBA-Studiums haben die Preise nichts zu tun. Die Kalkulation beruht allein auf dem Nutzen, den die Absolventen von den Programmen haben. Die Denkweise funktioniert so: Absolventen eines MBA-Studiums erzielen am Arbeitsmarkt ein deutliches Gehaltsplus. Über die Jahre summiert sich der Verdienstvorsprung auf eine reichlich sechsstellige Euro-Summe. Und an diesem Plus wollen die Schulen mit ihren Gebühren teilhaben. Steigende Gebühren sind somit ein Indiz für steigende Gehälter der MBA-Absolventen.“ (Axel Kogler 2008: welt.de)

Weitere Gründe für höhere Studiengebühren werden oftmals auch in einem Ausbau des Service an der jeweiligen Schule sowie in neuen Auslandsmodulen oder einfach in gestiegene Kosten gesehen. Aber auch das Angebot unterschiedlicher Programme kann ein Grund für preisliche Differenzen sein. „Häufig hängen die höheren Gebühren auch mit der Programmdauer zusammen. Denn während die europäischen Vollzeitprogramme im Schnitt nur 16 Monate dauern, sind in den USA 24 Monate nach wie vor keine Seltenheit.“ (Linda Andres et.al. 2013: staufenbiel-institut.de)

Parallel dazu haben sich namenhafte Schulen soweit etabliert, dass die Studenten und Studentinnen allein für das Privileg an dieser oder jener Schule studieren zu dürfen nochmal Geld drauflegen müssen. „Jeder MBA verkörpert eine Marke. Ein Abschluss, der bei Rekrutierern so bekannt ist wie beispielsweise Coca-Cola oder Persil bei den Verbrauchern, ist deshalb auch nicht zum Discounttarif zu haben.“ (Axel Kogler 2008: welt.de)

Darüber hinaus liegt der Mehrwert eines MBA-Studienganges in der Internationalität der Ausbildung. Es ist folglich erstrebenswert das Studium in einem anderen Land oder zumindest in einer anderen Stadt zu absolvieren und nicht am eigenen Wohnort. Dadurch ergeben sich neben den Studiengebühren Lebenserhaltungskosten, welche die Spesenrechnung in die Höhe treiben. Daher haben manche Schulen Förderprogramme eingerichtet, um die Studenten und Studentinnen, zumindest mit vergleichsweise kleinen Beträgen zu unterstützen. „Etablierte MBA-Anbieter wie die Harvard Business School haben das vorgemacht. Auch hier stiegen allein in den vergangenen zwei Jahren die Studiengebühren um 16 Prozent, doch hat die Elite-Schule auch die Stipendien erhöht. 2009 bekam ein Harvard-MBAler im Schnitt 24.400 Dollar Unterstützung, ein Jahr zuvor waren es 21.600 Dollar.“ (Stefani Hergert/Hannes Vogel o.J.: wiwo.de)

Somit ist es für Studenten und Studentinnen mit einem begrenzten Budget hilfreich, sich im Vorfeld genau über den Studienort, die Studiendauer und die Möglichkeit eines Stipendiums zu informieren, um mögliche Kostenfallen frühzeitig zu erkennen. Dadurch kann ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis erreicht werden.

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