Wie sich Covid-19 auf MBA-Studienprogramme auswirkt

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In der aktuellen Corona-Phase gibt es auch bei den Studierenden eine Vielfalt an Fragen und dazu oftmals auch die unterschiedlichsten Antworten.

Eines ist den meisten Business Schools jedoch gemein: Sie haben die Präsenzlehre zu ihren MBA-Programmen ausgesetzt und bieten stattdessen einen digitalen Lernbetrieb. Diese Umstellung erfolgte weltweit und dient dazu, die Corona-Pandemie einzudämmen und den internationalen Reiseeinschränkungen gerecht zu werden. Diese Neuerung hat obendrein Auswirkungen auf Auswahlgespräche, Forschungskolloquien, Zulassungstage, Firmenpräsentationen und genauso auf die finanzielle Situation der Business Schools. Die Krise könnte für einige Business Schools in dem ohnehin schon umkämpften Markt – vor allem jenem in den USA – das Aus bedeuten, wie aus einer Befragung der Consulting-Firma Eduvantis hervorgeht.

Öffnungen erfolgen aus Vorsicht nur teilweise

In Deutschland reagierten die MBA- und Master-Anbieter relativ unisono und schlossen ihre Pforten nur vorübergehend. Inzwischen stellten viele Schools wie etwa die Mannheim Business School und die WHU Otto Beisheim School of Management bis auf Weiteres auf digitale Lernformate und Online-Interviews um. Die ESMT Berlin setzte die Lehre auf dem Campus vorerst aus und auch die HHL Leipzig School of Management stoppte ihre Präsenzlehre bis auf Weiteres. Die Frankfurt School of Finance & Management bietet bis Ende Mai 2020 prüfungsrelevante Kurse von Studiengängen nur online an, öffnete allerdings Ende April ihr Learning Center wieder schrittweise. „Stühle werden herausgenommen, sodass ein Mindestabstand eingehalten werden kann. Sicherheitspersonal wird dies auch prüfen“, heißt es auf der Website.

An vielen Business School ist der Online-Status noch ausbaufähig

Die Durchführung von Unterrichtseinheiten vor Ort wird aktuell bestenfalls in begrenztem Umfang nur in kleinen Gruppen und unter Einhaltung strenger Infektionsschutzmaßnahmen möglich sein. Die Schools müssen sich mit großer Wahrscheinlichkeit langfristig um einen massiven Ausbau ihrer Online-Inhalte bemühen. „Das ist ein echter Weckruf“, sagte John Katzman, Gründer und CEO der Online-Bildungsplattform Noodle Partners dem Online-Magazins Poets & Quants (P&Q) in Bezug auf die Entwicklungen durch die Corona-Krise. In der Vergangenheit zeigten viele Business Schools ein Defizit bei der Einführung von Online-Kursen und das lag besonders in der fehlenden Erfahrung mit anspruchsvoller Online-Bildung begründet – sowohl in Bezug auf die Technik als auch die Pädagogik.

Im Moment beruht das Angebot mehr auf Zoom-Sitzungen als auf hochwertigen MOOCs (Massive Open Online Courses), in denen verschiedene Formen der Online-Wissensvermittlung mit virtuellen Lerngruppen verknüpft werden. Es besteht deshalb ein großer Bedarf an Innovationen in der digitalen Programmstruktur, wie beispielsweise die Planung von virtuellen Veranstaltungen oder von Online-Willkommenswochenenden für zugelassene Studentinnen und Studenten. Ein Vorteil des Umstiegs auf die Online-Umstellung zeigt sich allerdings jetzt bereits: Die Schools können digital viel einfacher diverse Gastredner aus der ganzen Welt miteinbeziehen.

Bewerberzahlen bei MBA-Programmen weiterhin sinkend

Das zeigt sich speziell bei den Vollzeit-MBA-Programmen und der Rückgang dauert schon mehrere Jahre an. Angesichts der nach wie vor geltenden Reisebeschränkungen, restriktiven Visavergaben, unsicheren Zuständen und wegfallenden Netzwerkerfahrungen werden die Zahlen im nächsten Semester wohl weiter einbrechen. Nahezu die Hälfte der Business Schools rechnet in den nächsten 6 Monaten mit einem Rückgang der Einschreibungen in allen MBA-Programmen – zu diesem Resultat gelangte die am 6. Mai 2020 veröffentlichte Umfrage der „Association to Advance Collegiate Schools of Business“. Laut einem zugehörigen Bericht sehen die Business Schools insbesondere in Bezug auf die Einschreibungs- und Rekrutierungsbemühungen verschiedene mögliche Szenarien. 9 Prozent der Befragten gaben dabei an, sich für ein Verschiebungssystem entschieden zu haben, weitere 27 Prozent ziehen dies zumindest in Erwägung und über ein Viertel erwägt eine „Modularisierung“ des Studiensemesters.

Viele Fragen, noch wenige Antworten

Anfang 2020 war der Arbeitsmarkt für MBA-Absolventen noch besser denn je und zwar sowohl in Bezug auf die Beschäftigtenquoten als auch in Bezug auf das Anfangsgehalt. Durch die Corona-Krise ändert sich die Lage aber und langfristig ist sogar mit einem Einbruch am Stellenmarkt zu rechnen – selbst für MBA-Kandidatinnen und -Kandidaten.

Nach wie vor gibt es offene Fragen wie zum Beispiel: Werden die Schulen im kommenden Herbst öffnen? Was wird bis dahin passieren? Wird der Unterricht persönlich oder online stattfinden? Wird sich die Pandemie langfristig auf die internationale Mobilität auswirken? „Eine Reihe von Business Schools werden aus dem Geschäft ausscheiden“, prognostiziert Jeffrey Pfeffer, langjähriger Professor an der Stanford Graduate School of Business, laut P&Q. Er zeigt sich nur gering optimistisch, dass die Online-Begeisterung an den Top-Business-Schools lange anhält. „Die Leute wollen die persönliche Erfahrung.“

Text-Quelle: www.haufe.de

Bild-Quelle:  PIXABAY

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