„Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Gutenberg School of Management and Economics”  am 29. Juli 2016

Am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) forscht eine neue Heisenberg-Professorin

Prof. Dr. Heike Drotbohm ist Expertin für Migrationsethnologie und befasst sich seit über 10 Jahren mit den Themen Migration, transnationale Familien und Humanitarismus.

Ihre Heisenberg-Professur für Ethnologie mit dem Schwerpunkt Afrikanische Diaspora und Transnationalismus, so die vollständige Bezeichnung, erhält in den ersten vier Jahren eine Förderung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Professur von Heike Drotbohm ist einer der ersten in Deutschland, welche sich der Ethnologie mit Schwerpunkt Migrationsforschung widmet. Zum vielfältigen Forschungsfeld gehört vor allem der afro-atlantische Raum inklusive der Küstenregionen Westafrikas und genauso wie die Karibik und verschiedenste Gebiete in Amerika, in denen es einen Rückbezug auf Afrika gibt.

In den letzten 10 Jahren betrieb die Ethnologin Feldforschung in Haiti, Brasilien, Kap Verde sowie in Portugal, den USA und in Kanada. Sie konzentrierte sich dabei besonders auf die Sicht jener, welche in den Herkunftsländern bleiben, wie zum Beispiel Kinder und alte Menschen. Auf diese Weise gelang es Prof. Dr. Heike Drotbohm, die problematischen Folgen aufzuzeigen, welche sich aus der steigenden restriktiven Regularisierung im Zuwanderungsbereich ergeben, zum Beispiel aufgrund der Beschränkung des Familiennachzugs auf bestimmte Kategorien von Angehörigen oder auch aufgrund der Abschiebung von Migranten.

Heike Drotbohms Arbeitsschwerpunkt liegt in der jüngeren Vergangenheit besonders beim Kontakt zwischen humanitären Organisationen und mobilen Akteuren. Dabei ist ihr nicht nur die Perspektive der für Migranten oder Flüchtlinge zuständigen Institutionen wichtig, sondern auch jene der Betroffenen. Diesbezüglich gibt es unter anderem Untersuchungen in brasilianischen Erstaufnahmeeinrichtungen, in das heutzutage neben vielen Lateinamerikanern auch syrischen Flüchtlinge als Asylanten mit einem Sondervisum ankommen.

Über Prof. Dr. Heike Drotbohm

Sie absolvierte das Studium der Völkerkunde, Pädagogik und Religionswissenschaften in Münster und Marburg. Dort promovierte sie im Jahr 2004 im Fach Völkerkunde zum Thema “Geister in der Diaspora. Haitianische Diskurse über Geschlechter, Jugend und Macht in Montreal, Kanada”. 2012 folgte ihre Habilitation an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg über “Verhandelte familiäre Verbindlichkeiten. Die Moral der Sorge in transnationalen Feldern Kap Verdes”.

Bevor Heike Drotbohm sich in Mainz niederließ, forschte sie an verschiedenen renommierten Forschungseinrichtungen wie zum Beispiel an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo sie sich mit dem Thema “Work and the Life Course in Global Perspective” befasste. Weitere Forschungen betrieb sie auch am Freiburg Institute of Advanced Studies an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Im Jahr 2013 wurde ihr führ ihre zukunftsweisende Arbeiten auf dem Gebiet der ethnologischen Migrationsforschung der fakultätsübergreifenden Albert-Bürklin-Preis der Universität Freiburg verliehen.

Für ihre Zeit an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz plant Heike Drotbohm, sich vor allem mit den Folgen humanitärer Politiken und den dafür bedeutsamen Berechtigungskategorien zu beschäftigen. Aus diesem Grund möchte sie auch ihre Kooperationen mit der Universität von Campinas in Brasilien erweitern. Darüber hinaus wird sie von August bis Oktober 2016 an der New School for Social Research in New York als Visiting Scholar tätig sein.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.