„Hochschule München”  am 21. Dezember 2017

Genderforschung an der Hochschule München

Am 18. Dezember fand der bundesweite „Wissenschaftstag Geschlechterforschung“ statt. Dabei wurde einerseits über die Ergebnisse von Geschlechterforschung informiert und andererseits die Bedeutung für die Lösung gesellschaftlicher Probleme verdeutlich

Unter den Beteiligten befand sich auch die Hochschule München. Sie präsentierte die Ergebnisse des aktuellen Projekts „Care aus der Haushaltsperspektive – Das Beispiel der Pflege alter Menschen in der Großstadt“.

Dieses Forschungsprojekt wird im Rahmen des Bayerischen Forschungsverbunds ForGenderCare von Prof. Dr. Gerd Mutz und Prof. Dr. Maria Rerrich von der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften sowie von Birgit Erbe von der Frauenakademie München durchgeführt. Sie befassen sich mit privaten Haushalten, in denen alte Menschen in München betreut werden und versuchen herauszufinden, wie Pflegende und Pflegebedürftige gemeinsam ihren Alltag gestalten und welchen alltäglichen Herausforderungen die Frauen und Männer sich stellen müssen.

Die ersten Ergebnisse des Forschungsprojekts zeigen, dass die einzelnen Familienmitglieder nach wie vor der zentrale Pfeiler in der Pflegeversorgung sind. Sie sorgen sich meist zusätzlich zur Berufstätigkeit um ihre Angehörigen. Hilfreiche Unterstützung erhalten sie dabei von einem breiten Netzwerk, zu dem unter anderem ambulante Pflegedienste, Hausärztinnen und Hausärzte, Seniorenbegleitungen sowie Nachbarn und Freunde gehören.

In Deutschland wird die jeweilige Pflegebedürftigkeit in insgesamt fünf Pflegegrade eingestuft und an diesem orientiert sich die entsprechende Leistung der Pflegeversicherung. Es wurde festgestellt, dass ältere Menschen schon vor dem Eintreten der gesetzlich definierten Pflegebedürftigkeit häufig Unterstützung im Haushalt brauchen, zum Beispiel beim Einkaufen, Aufräumen oder bei anderen administrativen Aufgaben.

Die Planung, wie eine optimale Versorgung sichergestellt werden kann, belastet pflegende Angehörige zum Teil massiv. In vielen Fällen stellen die Anwesenheit anderer Personen sowie ausreichende finanzielle und räumliche Ressourcen eine gute Entlastung dar. Zusätzlich ist der Kontakt zu anderen Menschen eine wichtige Stütze für pflegebedürftige Personen. Deshalb wäre es optimal, wenn gemeindenahe Versorgungsstrukturen auf kommunaler Ebene zur Verfügung stehen, welche den Bedarf an Kontakten für pflegebedürftige ältere Menschen gewährleisten.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt “Care aus der Haushaltsperspektivegibt es hier.