„ESA (Education Services Agency) GmbH”  am 26. Januar 2017

Welchen Einfluss die Wahl von US Präsident Trump auf MBA-Studienanwärter hat

Das in den USA angesiedelte GMAC (Graduate Management Admission Council) führte kürzlich unter 760 potenziellen MBA-Studenten eine Umfrage durch und kam zu einem interessanten Ergebnis.

Die Umfrage wurde einen Tag nach der offiziellen Wahl (9.11.2016) des neuen amerikanischen Präsidenten durchgeführt und zeigte ein ziemlich klares Bild, bei dem auch der britische Brexit eine Rolle spielt. Sowohl die Wahl von Donald Trump als auch der Brexit beeinflussen nämlich die Entscheidung für die Wahl eines MBA-Studiums in den USA oder in Großbritannien.

Aber wenn die Studieninteressierten die USA und Großbritannien meiden, wohin gehen sie dann?

Ein großer Anteil der Studentinnen und Studenten zieht verschiedene Studienoptionen in Kontinentaleuropa, insbesondere in Deutschland, in Betracht. Deutschland ist gerade deshalb als Studienort attraktiv, weil es sehr viele Business Schools gibt, die Studienprogramme in englischer Sprache anbieten und darüber hinaus der Visum-Prozess sehr einladend ist. Deutschland hat eine sinkende Bevölkerung und ist sehr hungrig nach qualifizierten Talenten. Das beweist auch die steigende Anzahl an GMAT-Absolventinnen und –Absolventen – ihre Anzahl hat sich in Deutschland in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt.

Während traditionelle Management-Bildungs-Destinationen wie die USA und Großbritannien die Immigration von hoch qualifizierten Personen einschränken, ermutigen andere Länder wie eben Deutschland, aber auch Japan ihre Hochschulen neue Business-Programme in Englisch anzubieten. Damit wollen die Business Schools und Hochschulen MBA-Kandidatinnen und -Kandidaten auf sich aufmerksam machen und obendrein besteht in diesen Ländern auch die Hoffnung, dass einige der MBA-Absolventinnen und –Absolventen im Land und sich in die lokale Gesellschaft integrieren.

Welche Business Schools könnten ebenso von der aktuellen Situation profitieren?

In der Umfrage zeigte sich, dass asiatische Schools in Orten wie Singapur und Hongkong das Interesse der Fortbildungswilligen hervorrufen, denn dort gibt es nämlich auch einige hoch bewertete Business Schools. Zusätzlich steigt das Interesse an einem Studium an Schools in Frankreich wie zum Beispiel an der INSEAD und am HEC Paris, welche unter den hochbegabten Studentinnen und Studenten sehr beliebt sind.

Die individuellen Absichten stehen der Aktion in der Realität gegenüber

Es gibt einen großen Vorbehalt in Bezug auf die augenscheinliche Verschiebung der Interessen von international Studierenden. In der GMAC-Umfrage wurden nämlich die Absichten der Studentinnen und Studenten ermittelt, welche aber mit ihren tatsächlichen Aktionen nicht unbedingt korrelieren müssen.

Wenn es also um Absichten geht, muss man stets berücksichtigen, dass es in der Regel eine Lücke zwischen der Absicht und der persönlichen Aktion gibt. Wenn man also über konkrete Zahlen spricht, so kommen die Organisatoren der GMAC-Umfrage zu dem Schluss, dass es bei den Entscheidungen für ein Studienland wohl keine Verschiebungen geben wird, die höher als 40% in ausfallen. Man muss außerdem berücksichtigen, dass die US-Wahl im November stattfand und sich viele Studieninteressierte zu diesem Zeitpunkt schon mitten im Bewerbungsprozess für die von ihnen gewählte Business School befanden. Aus diesem Grund sind Änderungen im Verhalten von MBA-Studentinnen und –Studenten zeitabhängig zu betrachten.

Wohin sich der Trend entwickelt, wird deshalb erst Ende März und im Frühsommer 2017 genauer feststellbar sein. Dann plant das GMAC seine nächste weltweite Umfrage und diese wird zeigen, ob die in den aktuellen Umfrageergebnissen geäußerten Absichten tatsächlich in die Realität umgesetzt wurden.

 

 

Text-Quelle: http://poetsandquants.com

Bild-Quellen: http://poetsandquants.com, www.karriere.de, www.master-and-more.de, www.beachcruiser.de