22.7.2009
Nicht gerade neu, aber immer wieder aktuell: Standardisieren vs. „Kreativieren“
Denn schließlich ist 2009 ja das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation. Immer wieder für kontroverse Debatten sorgt aber die Frage: Wie sehr soll ein Unternehmen seine Organisation durch standardisierte und somit beliebig übertragbare Prozesse definieren - oder ist es manchmal zielführender, mehr Entscheidungsfreiräume für die MitarbeiterInnen zu schaffen? Die optimalste Strategie zur Unternehmensorganisation gibt es nicht, das vorneweg. Das deutschsprachige Magazin „Harvard Business Manager“ hat in seiner Maiausgabe Für und Wider zweier gegensätzlicher Strategien beleuchtet und resümiert: Standardisierung von Prozessen macht Arbeitsabläufe unglaublich effizient, das erklärt auch ihre Erfolgsgeschichte. Jede/r Studierende einer Business School lernt heute von deren Wichtigkeit. Doch es gibt Bereiche, in denen die übermäßige Reglementierung und Vereinheitlichung von Prozessen eher schadet als nutzt. Etwa dann, wenn individuelle Herangehensweisen und Lösungen gefragt sind, wenn Kunden einzigartige Ergebnisse bevorzugen. „Prozesse, in denen die Kreativität der Mitarbeiter gefragt ist, funktionieren häufig am besten, wenn sie nicht rigoros kontrolliert werden und eher den Regeln der Kunst folgen statt denen der Wissenschaft“, so das Magazin und verweist etwas auf den Klavierhersteller Steinway&Sons, der Prozesse der Kunstfertigkeit und stark standardisierte voneinander getrennt hat. Oder eine große Hotelkette, die die lange Zeit starre Liste von Regeln für die Hotelangestellten zum Umgang mit den Gästen nun ersetzt hat durch allgemeinere Werte, sodass die Mitarbeiter ihr Verhalten besser auf die individuellen Bedürfnisse der Gäste abstimmen können. Letztlich gilt es wohl, beide Formen Auszubalancieren und Prozesse ein Stück weit situationsbedingter zu gestalten. „Kreative und standardisierte Prozesse greifen ineinander, wenn die Schnittstellen gut abgestimmt und gemanagt werden“, so das Magazin. |