15.2.2010
Internationale MBA: Zuerst muss man die Richtung kennen
Vor dem Postgraduate-Bildungsweg ins Ausland muss man für sich selbst vieles festlegen. Nicht nur, wohin man will – geografisch und beruflich. Soll es die Warsaw University of Technology Business School sein? Oder die California Lutheran University, die Universidad Europea de Madrid oder doch lieber das International Graduate Center der Hochschule Bremen? Destinationen gibt es mehr als genug für alle, die ihren International MBA auch tatsächlich im Ausland machen wollen. Durch das Dickicht der Möglichkeiten führt ein Auswahlprozess zum individuell richtigen Angebot. Maßgeblich für die Entscheidungsfindung sind die persönlichen Pläne. „Dem Interessenten muss klar sein, welche beruflichen Perspektiven ein MBA-Abschluss bietet“, erläutert Alexander Kohler, Leiter der Österreichischen Qualitätssicherungsagentur AQA. Zu den Überlegungen im Vorfeld sollte auch zählen, in welcher Form man das postgraduale Studium absolvieren möchte. „Es gibt die Möglichkeit, fulltime oder parttime seinen MBA zu machen“, sagt Hans-Jürgen Brackmann, Geschäftsführer der Internationalen Agentur zur Qualitätssicherung und Akkreditierung von Studiengängen und Institutionen (FIBAA). „Nicht jeder ist der Fulltime-Typ“, gibt Brackmann zu bedenken. Vollzeitstudien sind zwar meist kürzer, bei den Teilzeitvarianten kann auf die Studierenden jedoch ein erheblicher Mehraufwand zukommen, den es zu bewältigen gilt. In Betracht ziehen sollte man in jedem Fall auch die finanzielle Situation. Denn wer sich vollständig seinem Postgraduate-Studium widmen will, verzichtet damit oft auch eine Zeit lang auf sein Einkommen.Auch die Kosten der Ausbildung selbst sind natürlich ein entscheidendes Kriterium. Die Preisunterschiede zwischen den internationalen Angeboten sind eklatant – und nicht immer auch gleichbedeutend mit einer Differenz in der Qualität. Der Vollzeit-IMBA an der Warsaw University of Technology Business School kostet beispielsweise zurzeit 8900 Euro. Am anderen Ende der Skala steht unter anderem die Business School der Universidad Europea de Madrid IEDE, für die man schon mehr als 28.000 Euro auf den Tisch blättern muss. Die nächste Gabelung auf dem Weg zur richtigen Entscheidung erreicht man, wenn es um die Wahl der inhaltlichen Ausrichtung geht. Schließlich bieten die internationalen Business Schools ihre MBA oft in verschiedenen Varianten an, als General-Management-Studium etwa, aber auch mit spezifischen Schwerpunkten, die von „Food Business“ bis „Management & Communications“ reichen. Realität und eigene Wünsche sollte man auch beim Thema „Internationalität“ abgleichen: „Der Interessent sollte sich anschauen, wie die Leute an einem bestimmten Ort studieren und ob die Studentenschaft aus unterschiedlichen Nationen zusammengesetzt ist“, rät Brackmann. Zur Absicherung könnte man – rein virtuell – auch einen Blick in den Alumniklub werfen. Oft bietet er ein aussagekräftiges Bild von der „Internationalität“ einer Bildungsinstitution. Außerdem ist für viele ein gut funktionierendes Alumninetzwerk der Business School selbst ein entscheidendes Auswahlkriterium. Vor der endgültigen Entscheidung hilft auch ein genauer Blick in das Curriculum der Programme, die in die engere Wahl kommen. „Wichtig wäre ein Fächermix aus Fachkompetenzen und Soft Skills sowie eine Kombination aus Theorie und Anwendung“, erklärt Kohler. Aber auch ein passendes Lernkonzept, das aus Präsenzzeiten und E-Learning besteht, spreche für Qualität. Als Orientierungshilfe werden auch gerne die weit verbreiteten internationalen Rankings herangezogen. „Sie sind keine schlechte Begleitmusik“, urteilt Brackmann. Doch er warnt: „Man muss wissen, nach welchen Kriterien sie erstellt werden.“ Das Ranking der „Business Week“ etwa betrachtet auch das Alter des Programms und die Zahl der internationalen Studenten. Die „Financial Times“ reiht die Business Schools nach über 20 Kriterien, dazu gehören auch das erwartbare Gehalt und Alumni-Empfehlungen. „Man sollte auf jeden Fall die Platzierung einer Institution in verschiedenen Rankings vergleichen. Aber all das kann nicht den persönlichen Vergleich ersetzen“, warnt Kohler. Quelle und mehr Informationen: http://www.diepresse.com/ |
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