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20.8.2010 Harvard, ich komme!


Sechsstellige Gebühren, ein Jahr Vorbereitung, harte Tests. Der Weg an die US-Eliteschulen ist hart. Aber er lohnt sich, führt er doch oft bis in die Vorstandsetagen.

 

Vier Wochen im Jahr misst sich Karl Lauterbach, SPD-Bundestagsabgeordneter und Gesundheitsökonom mit den Besten der Besten - und nimmt dabei in Kauf, relativ an Größe zu verlieren. Er zählt zu den wenigen Deutschen, die an der ehrwürdigen Harvard-Universität, jenem Star unter den in der Ivy-League zusammengefassten US-Top-Hochschulen, lehren dürfen. "In Harvard zu sein relativiert die Meinung von der eigenen Leistung etwas", sagt der 47-Jährige.

 

Der Mann mit der Fliege gehört seit 21 Jahren zum Harvard-Kosmos und weiß, dass er sich den Realismus leisten kann. Wem Harvard Eintritt gewährt und einen Titel verleiht, der zählt etwas - in der Politik, vor allem aber in der Wirtschaft. Nur jeder Zehnte wird genommen. Die Universität, insbesondere ihre als Harvard Business School firmierende Wirtschaftsfakultät, ist Eintrittskarte in die Vorstandsetagen und neben den Top-Hochschulen Stanford, Columbia, Wharton, Chicago Booth oder MIT Sloan noch immer Traum vieler deutscher Nachwuchsmanager. Daran haben die Finanzkrise und die damit einhergehende Kritik an der Manager-Ausbildung wenig geändert.

 

Wer hier einmal genommen wurde, wird den begehrten Abschluss Master of Business Administration (MBA) auch bekommen - und damit Aussichten auf eine Top-Karriere. Was angesichts der hohen Studiengebühren - rund 100.000 Dollar für den MBA und bis zu 150.000 Dollar für die auf erfahrene Manager zugeschnittenen Executive-MBA-Programme - und der Hürden auf dem Weg in die Top-Wirtschafts-Unis nötig ist.

 

Aus mehr als 9500 Bewerbern etwa wählt Harvard jedes Jahr die 900 aus, die im ältesten MBA-Programm der Welt studieren - jenem praxisnahen Managementstudium, das Harvard 1908 ersann und das in den vergangenen 100 Jahren zum Standard der Managerausbildung wurde. Karl Dannenbaum, später Deutschland-Chef der Investment-Bank Lehman Brothers, oder Fresenius-Chef Ulf Schneider etwa studierten dort, andere deutsche Top-Manager wie Daimler-Vorstand Wolfgang Bernhard, Commerzbank-Chef Martin Blessing und sein Vorstandskollege Eric Strutz ließen sich an den US-Elite-Universitäten für Führungsaufgaben fit machen.

 

Fallstudien wurden in Harvard erfunden

 

Mit einem deutschen Betriebswirtschafts-Studium haben die Programme nichts gemein. Fallstudien, in Harvard erfunden, sind ihr Kern. Auf wenigen Seiten schildern sie reale Probleme von Unternehmen - und fordern die Studenten in Kleingruppen zur Problemanalyse, Diskussion und Entscheidung. Jene, die sich den zwei harten Jahren gestellt haben, schwören auf das Prinzip.

 

"Harvard hat mir das Selbstvertrauen gegeben zu sagen: Ich kann ein Unternehmen führen", hat Karl Dannenbaum einmal im Handelsblatt-Interview gesagt. 1966 kam er noch per Schiff in die USA, studierte als einer von nur drei Deutschen im Harvard-MBA. Heute sitzen in jedem Jahrgang zwischen zehn und 20 Deutsche. Auch weil Großunternehmen, allen voran die Beratungen, ihren Leuten die Ausbildung sponsern.

 
 
 
 
 
 

Quelle / AnsprechpartnerIn:
www.karriere.de 18.08.2010

 
 
   
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