13.1.2010
Für MBA-Studenten ist Goldman Sachs immer noch interessant
Trotz der negativen Schlagzeilen über Goldman Sachs Group Inc. ist die Bank bei jungen Studienabsolventen als Arbeitgeber nach wie vor sehr begehrt. Die US-Bank war wegen ihres Verhaltens im Verlauf der Finanzkrise in die Kritik geraten.
Im Oktober 2008 erhielt Goldman vom US-Finanzministerium eine Finanzspritze in Höhe von 10 Mrd. Dollar, die die Bank im Juni darauf mit Zinsen zurückzahlte. In der Folge erzielte das Unternehmen einen Rekordgewinn und legte 16,7 Mrd. Dollar für Gehalts- und Bonuszahlungen an Mitarbeiter zurück.
Über die vergangenen Monate wurde Goldman Sachs in zahlreichen Publikationen kritisiert. Im Juli schrieb der Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman in der New York Times, Goldman arbeite nach der Devise, ‘bei Kopf gewinnen wir, und bei Zahl verlieren andere’. Bloomberg-Kolumnist Michael Lewis formulierte es ähnlich: "Amerika steht an einem Scheideweg - und beide Wege gehören inzwischen Goldman Sachs." Noch weiter ging Matt Taibbi im Magazin Rolling Stone: Er bezeichnete Goldman als "großen Vampir-Kraken, der sich über das Antlitz der Menschheit gelegt hat".
Die Kritiker kreiden Goldman an, mit Subprime-Hypotheken besicherte Anleihen verkauft und die Finanzinstrumente gehandelt zu haben, die die staatliche Sanierung des Versicherungsriesen American International Group Inc. mit auslösten. Auch an der schlimmsten Kreditkrise seit der Weltwirtschaftskrise sie die Bank nicht unschuldig.
Zudem haben einige Aktionäre die Bank verklagt. Sie werfen ihr vor, die Pensionspläne für die Mitarbeiter nicht im besten Interesse der Aktionäre zu verwalten. Goldman Sachs hält auf ihrer Website dagegen, die Boni seien angemessen und so gestaltet, dass sie eine gute Performance über längere Zeit belohnten. Damit könne die Bank talentierte Mitarbeiter gewinnen und halten.
Studenten wie Nicole Zenel, die an der Sloan School of Management des Massachusetts Institute of Technology in Cambridge auf einen Master of Business Administration (MBA) hin studiert, bewerben sich trotzdem um einen Praktikumsplatz bei Goldman - der gängigste Einstieg für eine Karriere bei der Bank. "Ich will nicht dorthin, weil ich auf einen Bonus von 20 Mill. Dollar scharf bin", erklärt Zenel. "Ich sehe es eher als Möglichkeit, für ein solides Unternehmen zu arbeiten, das eine lange Erfolgsgeschichte vorweisen kann."
Bei MBA-Studenten hat der Name Goldman immer noch einen guten Klang. In einer zwischen Dezember 2008 und März 2009 durchgeführten Umfrage unter 6207 MBA-Prüflingen an 67 Business Schools wurde die Bank als viertbester Arbeitgeber genannt. Geschlagen wird sie nur von Google Inc. an erster Stelle sowie den beiden Beratungsgesellschaften McKinsey & Co. in New York und Bain & Co. in Boston. In den drei Jahren zuvor rangierte Goldman auf Platz drei. Quelle und weitere Informationen: boersen-express.de |
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