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21.12.2007 Der MBA als Karrieresprungbrett?


In den Vereinigten Staaten wurde der „Master Degree“ vor mehr als hundert Jahren am Dartmouth College, New Hampshire, erstmals verliehen. In den folgenden Jahren setzte sich der akademische Grad auch an vielen anderen amerikanischen Universitäten durch. Das praxisnahe Managementstudium, der so genannte „Master of Business Adminstration“ (MBA) sollte ein Mittel sein, der wachsenden wirtschaftlichen Konkurrenz aus Europa zu begegnen. So erlebten die MBA-Programme zunächst einen beispiellosen Boom, bis sie Mitte der Achtzigerjahre zunehmend in Kritik gerieten. Die Absolventen, so einige Kritiker, seien „arrogant und materialistisch“, die Vorgehensweise der jungen Top-Manager gegenüber Mensch und Umwelt rücksichtslos. Als Folge entwickelten viele Institute MBA-Programme, die neben der fachlichen Ausbildung nun auch soziale Kompetenz und Nachhaltigkeit vermittelten. Auf dem Lehrplan standen fortan auch Fächer wie Teamführung, aber auch Präsentations- und Verhandlungstechniken.

In Deutschland wurden MBA-Programme Anfang der Neunzigerjahre eingeführt. Fehlende Standards, zunächst auch nur wenige Anbieter und eine gewisse Skepsis der Arbeitgeber gegenüber dem akademischen Grad führten dazu, dass MBA-Lehrgänge hierzulande erst ab dem Jahr 2000 richtig durchstarteten. Heute werden laut Schätzungen knapp 700 MBA-Programme in deutschsprachigen Landen angeboten. Multipliziert mit durchschnittlich 15 Absolventen pro Jahr bedeutet dies jährlich rund 10.000 neue MBA-Absolventen.

Die Akzeptanz des Titels steigt. Dazu trägt auch die Harmonisierung des europäischen Bildungssystems durch das Bologna-Abkommen bei. Ein „Master“ ist heute kein Fremdwort mehr und selbst in Regelstudien (so genannten Undergraduate-Ausbildungen) stärker integriert.

Insbesondere europäische MBA-Anbieter stellen die Vermittlung von sozialen Führungskompetenzen und interkulturelle Kommunikation in den Mittelpunkt ihrer Ausbildung. Denn auch viele Personalentscheider haben erkannt, dass es jungen Wirtschaftswissenschaftlern oder BWL-Absolventen häufig an sozialen und interkulturellen Kompetenzen fehlt.

Der Boom der MBA-Programme brachte in den vergangenen Jahren leider auch Anbieter auf den Markt, die den Qualitätskriterien nicht entsprechen. Der Titel eines MBA ist so heute kein unmittelbarer Garant für eine Top-Managementausbildung und Expertenwissen mehr.

Interessierte sollten sich daher über das Profil der jeweiligen Business-School, also die Gestaltung der Ausbildungsmodule, die fachliche Kompetenz der Trainer und Lehrenden sowie das internationale Netzwerk und den Alumniclub genau informieren. Hilfe bei der Auswahl geben spezialisierte Bildungsportale wie z.B. http://www.mba.de/, die neben einer strukturierten Studienprogrammdatenbank auch eine kostenlose E-Mail-Beratung bieten.

In der Regel jedoch gelten MBA-Absolventen als hoch motiviert und sind in Personalabteilungen daher begehrt. Um Fehlbesetzungen zu verhindern, sollten aber auch die Personalverantwortlichen die absolvierten Ausbildungen genau beleuchten. Welcher MBA wurde an welcher Business-School mit welchen Inhalten erworben? Welchen Ruf hat der MBA-Anbieter? Und nicht zuletzt: Passt der MBA überhaupt in das Karriereprofil des Bewerbers?

Der persönliche Eindruck spielt neben den genannten Punkten eine große Rolle. Glaubwürdigkeit, Kreativität und Selbstvertrauen sind wichtige Faktoren, die ein zukünftiger Manager mitbringen sollte. Und die ökosoziale Marktwirtschaft braucht wieder mehr Generalisten. Einen guten Techniker (ohne Prüfung der Tauglichkeit) zum Manager zu machen, kann fatale Folgen haben: Man verliert unter Umständen einen wichtigen Spezialisten und gewinnt einen schlechte Generalisten. Das Berufsbild Manager ist heute klarer konturiert, aber der Weg dorthin ist vielfältig und steht in engem Zusammenhang mit persönlichen Präferenzen.

 
 
 
 
 
 

Quelle / AnsprechpartnerIn:
Klaus Forsthofer

 
 
   
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