Titelhändler - Zum MBA für wenig Geld in ein paar Tagen 

MBA, Master Programme und Business Schools

 

 

 
 

 

 

Titelhändler - Zum MBA für wenig Geld in ein paar Tagen 

 

"Wenn Sie einen der zwei obigen Links anklicken, haben Sie es nach kurzer Zeit mit wenig Geld geschafft..." Die Rochville University verspricht ein Diplom für $ 199,00 nach fünf Tagen "on the basis of what you already know".
Nicht so schnell geht es bei der Belford University und auch dort auf der Basis von "sufficient work, military, or life experience OR the minimum passing score of Belford’s Online Equivalency test." Der Titel wird im Zeitraum von 7 Tagen erworben.

 

"Titelmühlen" sind Universitäten bzw. Business Schools, welche Titel vergeben, die entweder gefälscht oder aufgrund zu geringer Anforderungen an die Studienleistung wertlos sind.

Die Vergabe erfolgt entweder gegen pure Bezahlung oder Bezahlung und Erbringung einer Studienleistung, die weit unter dem für die Erlangung des Titels üblichen Standard liegt.

Woran erkennt man diese Titelmühlen?

  • Die Werbung im Internet erfolgt über nicht akademisch anmutende Inserate
  • Bei einem Anruf, bekommt man oft nur ein Tonband zu hören
  • "Bisherige Erfahrungen und Wissen" werden angerechnet
  • Das Abschlusszeugnis erhält man "innerhalb weniger Tage"
  • Die Homepage enthält oft nur ein Anmeldeformular
  • Falls doch mehrere Webseiten vorhanden sind, sind deren Inhalte oft Kopien von Dokumenten anderer Universitäten
  • Mehrere Universitäten teilen sich eine Domain
  • Mehrere Universitäten sind über dieselbe Telefonnummer erreichbar
  • Auf den Webseiten mehrerer Universitäten tauchen dieselben Grafiken auf
  • Es existiert kein Universitätsgebäude
  • Die Zeugnisse, die man nach "Abschluss der Kurse" erhält, sind täuschend echt

Achtung: Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

"Titelmühlen" lassen sich bevorzugt dort nieder, wo akademische Standards nicht oder unzureichend definiert sind. Gesetze, welche Titelhandel unterbinden sollen, weisen immer wieder Lücken auf, welche von den Titelmühlen genutzt werden. Der straf- und zivilrechtlichen Verfolgung entgehen manche Titelmühlen ganz einfach dadurch, dass sie die Titel ausschließlich ins Ausland verkaufen.

Bedenklich sind Titelmühlen vor allem aus zwei Gründen: Zum einen, weil sie es möglich machen, dass Ihre unqualifizierten Absolventen Tätigkeiten ausüben, bei denen Sie mangels Qualifikation Schaden anrichten.  Denn es gibt nicht nur MBAs zu erwerben, sondern auch Doktortitel aus dem Bereich Medizin, Psychologie oder Erziehung. Zum anderen erschweren Titelmühlen den Personalchefs die Bewertung eines Bewerbers, da jedes Mal die Echtheit des MBA oder Masters überprüft werden muss.

Das Führen eines falschen bzw. wertlosen Titels muss gar nicht einmal auffallen, falls die betreffende Person das erforderliche Wissen und die Erfahrung bereits im Berufsleben gesammelt hat. Als beruflicher Neueinsteiger mit einem gefälschten bzw. minderwertigen Diplom eine Führungsposition anzustreben, ist allerdings riskant. Selbst wenn es gelingt, das Assessment Center zu täuschen, wird der falsche MBA den Anforderungen in der Firma nicht gewachsen sein. (Aber es soll ja auch Führungspositionen geben, in denen man keine Arbeit zu verrichten, sondern nur "die Verantwortung" zu tragen hat). Und immerhin ist es schon etlichen gelungen, jahrelang einen falschen Titel zu führen und eine entsprechende Tätigkeit auszuüben, ohne dass dies entdeckt wurde.

  • Bedenken Sie:  Wer einen falschen MBA führt und enttarnt wird, muss damit rechnen, dass ihm nicht nur der falsche MBA, sondern auch zuvor legal erworbene akademische Grade und Titel aberkannt werden!

Falls Sie sich über die Seriosität der von Ihnen gewählten Bildungseinrichtung informieren wollen, können Sie die Datenbank Anabin nutzen: http://www.anabin.de/.

 

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