MBA- und Masterangebote

So trennen Sie die Spreu vom Weizen

 

 

Prospekte in Hochglanz, redegewandte "Admission-Officers", aufwendige Werbeschaltungen, exklusive Messeauftritte und interaktive Anbieterportraits. So treten heute viele der MBA- und Masterschmieden nach außen auf.

Dass dieses imposante Erscheinungsbild aber nicht immer das hält, was es auf den ersten Blick verspricht, ist die Kehrseite der Marketingmedaillie.

 
 

 

 

MBA- und Masterangebote - So trennen Sie die Spreu vom Weizen
 
In den letzten Jahren sind viele neue Anbieter auf den Markt gekommen um einen Anteil am wachsenden Master-Kuchen zu erhaschen. Die meisten dieser Anbieter davon tragen auch positiv zum MBA- und Mastergeschehen in deutschsprachigen Ländern bei. Immerhin belebt Konkurrenz das Geschäft und spezielle Marktnachfragen werden bedient.
Neben den eingesessenen Top Schools hat sich eine breite Schicht an Mittelsegmentanbietern, zumeist mit spezialisierten Angeboten, entwickelt. Daneben sind aber auch Unternehmungen entstanden, deren Kernkompetenz eher im Teilnehmermarketing liegt, als in der Vermittlung von Studieninhalten. Für das Auge des Studieninteressenten sind diese Titelschmieden aber oft nur schwer von echten Kaderschmieden zu unterscheiden. Die meisten dieser Anbieter bewegen sich dabei innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

 

11 Faustformeltipps zur Qualitätsbeurteilung von MBA- und Masterprogrammen:

 

Diese Tipps dienen der objektiven Qualitätsbeurteilung (jedoch nicht der persönlichen Eignung) von außen und verstehen sich nur als Richtwerte.
 
1. Anbieter-Standort / Titelvergabe
Wer vergibt den Studienabschluss tatsächlich? Oft trifft man lokale Marketingbüros von international agierenden Schools an. Manchmal handelt es sich auch um Kooperationen, bei denen die inländische Organisation nur für das Teilnehmermarketing verantwortlich zeichnet. Sollte der MBA- oder Mastertitel außerhalb der EU verliehen werden, sollte man Vorsicht walten lassen. Das Führen des Titels ist dann nur mit Genehmigung des jeweiligen Kultusministeriums möglich, welches nach seinen eigenen Kriterien eine Gleichstellung vollzieht. Wenn es sich bei dem ausländischen Master nicht um ein Studium im Sinne der Behörde handelt, wird die Titelführung zumeist verweigert.
 
2. Akkreditierung
Wurde das jeweilige Studienprogramm durch eine anerkannte Akkreditierungsagentur geprüft? Ist die Akkreditierung bereits abgeschlossen bzw. noch gültig? Im Zweifelsfall lohnt ein Blick auf die Website der jeweiligen Akkreditierungsagentur.
 
3. Wie lange befindet sich der Anbieter bereits am Markt?
Neue Anbieter müssen nicht schlecht sein. Aber es wird in den ersten Jahren zumeist noch optimiert. Gibt es Absolventen die man befragen kann? Wie ist es um den Ruf bestellt?
 
4. Wer sind die Gesellschafter einer Business School?
Gesellschafter der öffentlichen Hand
Universitäten, Bund, Länder oder Gemeinden stehen meist für die Einhaltung aller bildungsrelevanten Themen bei einem solchen Anbieter: Grosse Sicherheit, aber häufig pragmatische Vorgehensweisen.
Private-Public-Partnership
Ein Modell, dass sich in der Praxis oft gut bewährt. Öffentliche Hand und Unternehmen bilden gemeinsam die Gesellschafterstruktur: Sicherheit und Dynamik werden so gut als möglich vereint.
Frage dabei: Wer ist in welchem Ausmaß beteiligt d.h.: Welche Kräfte bilden die Mehrheit?
Private Gesellschafter
Private Gesellschafter können für stark dynamische, am Markt ausgerichtete Bildungsorganisationen stehen. Die Adaptierung der Inhalte auf die Kundenbedürfnisse ist dabei oft möglich.
Hier ist aber auch die Gefahr von "Titelschmieden" am größten.
Organisationen mit einer solchen Gesellschafterstruktur gilt es jedenfalls genau zu durchleuchten.
 
5.ECTS Punkte
ECTS steht für European Credit Transfer System und bildet die Arbeitsbelastung eines Ausbildungsprogramms ab. ECTS Punkte sagen wenig über die Qualität des jeweiligen Angebots aus. Der Workload wird aus Faktoren wie der Anwesenheitsstunden, E-Learning-Modulen, Selbstlernphasen und Aufwand für die Abschlussarbeit berechnet.
Achtung: Obwohl es eigentlich der Zweck der ECTS-Workload-Punkte wäre, eine eindeutige Vergleichbarkeit europaweit herzustellen, sieht die Praxis nicht so aus.
Beispiel:
Österreich berechnet anders und vergibt hier höhere ECTS Punkte für die jeweilige Leistung. Jetzt kann es z.B. der Fall sein, dass ein gleichwertiges MBA-Programm in Österreich 150 ECTS-Punkte auspreist - in Deutschland aber nur 75 Punkte dafür vergeben werden. In Deutschland wäre aber dieser österreichische MBA ebenfalls "nur" 75 Punkte und nicht 150 Punkte wert.
Kurios: Sobald eine Akkreditierungsagentur wie z.B. die FIBAA ein derartiges, österreichisches Programm akkreditiert, werden die Punkte auf "deutsches Niveau" gesetzt.
D.h.: Die zu vergleichenden Anbieter wären dann gleichwertig, wenn beide über eine Akkreditierung von der FIBAA verfügen.
 
6. Wie ist es um die Reputation bzw. den Ruf bestellt?
Wie wird eine Ausbildungsorganisation von den Personalentscheidenden wahrgenommen?
Hier gilt zumeist: Je bekannter desto besser. In der Praxis aber schwierig zu eruieren. Anhaltspunkt: Hochschulrankings - die aber zumeist nur für die „Welt-Top-20-Schools˜ eine Aussage treffen.
 
7. Gibt es Referenzen von außen? Wie sicher ist die Fortführung?
Z.B. : Absolventen, welche Sie befragen können oder Unternehmen, die eng mit dem Anbieter zusammenarbeiten?
Wie viele bisherige Absolventen konnte ein Programm bereits verzeichnen? Je mehr, desto wahrscheinlicher ist die Fortführung auch nach Ihrem Jahrgang. Die Einstellung eines Studienprogramms kann sich nämlich für die bisherigen Absolventen negativ am Arbeitsmarkt auswirken.
 
8. Preisgestaltung
Vorsicht bei "abnormer" Preisgestaltung.
Berufsbegleitende MBA-Programme die unter 10.000 und über 40.000 Euro veranschlagen, gilt es unter besonderen Fokus zu nehmen.
 
9. Alumni / Netzwerk
Fast ebenso wichtig wie das Studium selbst ist die Alumni-Organisation. Diese sollte dafür sorgen, dass Sie auch noch Jahre nach dem Studium davon profitieren können. Gezielte Nachfragen beim Anbieter können hier oft Licht ins Dunkel bringen: Wie viele Absolventen umfasst diese Alumni-Organisation? Wie wird der Netzwerkgedanke gelebt? Oft geben auch Alumni-Websites Auskunft über Größe und Aktivitäten.
 
10. Teilnehmerstruktur beleuchten
Die Mitstudierenden sind bei einem MBA-Programm ein wichtiger Faktor. Nicht nur, dass viel in Teams gearbeitet wird, Ihre Mitstudierenden bilden gemeinsam mit Ihnen das Netzwerk und formen die Außenmeinung über den jeweiligen Anbieter. Ein hoher Prozentsatz internationaler Studenten wäre dabei wünschenswert. Ein Indiz für die "anderen" Teilnehmer können auch die Aufnahmebedingungen (Studienabschluss, Berufserfahrung, Führungserfahrung) etc. sein.
 
11. Expertenrat einholen
Wenn Sie sich nicht sicher sind, was von dem Programm Ihrer Auswahl zu halten ist, ziehen Sie einen Experten zurate.
Tools die helfen:
Harte Daten abfragen und vergleichen:
Die harten, vergleichbaren Daten eines MBA- oder Master-Programms (Akkreditierung, ECTS, bisherige Absolventen, Aufnahmekriterien, Preis etc.) können Sie im jeweiligen Programmsteckbrief der MBA.DE Studien-Programmdatenbank  unter http://www.mba.de/programme.php einsehen und vergleichen.
Suche nach Kriterien:
Mit der erweiterten Studienprogrammsuche können Sie gezielt nach Kriterien, z.B. : "alle Programme aus dem Fachbereich Technik mit FIBAA-Akkreditierung und der Preisrange €13,000 - 22,000" suchen.
http://www.mba.de/programm_suche.php


Zusätzliche Informationen anfordern:
Weitere, Tiefergehende Informationen können Sie einfach und unverbindlich über das Anfrageformular in der jeweiligen MBA.DE Programm-Beschreibung direkt beim Anbieter anfordern. 

 

» Zurück zur MBA-Infothek

 

 
 
  Community LoginBusiness-School Login  
 
Volltext: