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Hintergrundinformation zum
Master
Während nach einem Bachelor viele
AbsolventInnen ins Berufsleben einsteigen, ist ein Master für
all jene gedacht, die eine berufliche Spezialisierung oder eine
wissenschaftliche Karriere und ein weiterführendes
Doktoratsstudium ins Auge fassen. Studierende eines Masterstudiums
werden binnen kurzer Zeit zu Fachspezialisten
ausgebildet.
Viele Masterstudien sind sehr praxisnah aufgebaut
(„professional degrees˜). Der Studienplan solcher
praxisorientierten Ausbildungen richtet sich nach dem beruflichen
Umfeld der Studierenden. Der Master in Architecture (MArch), der
Master in Accountancy (MAcc) und der Master in Business
Administration können hierfür als Bespiele gesehen
werden. Andere Masterstudien legen ihr Hauptaugenmerk auf
Wissenschaft und Forschung und sind somit eher theoretisch
orientiert. Solche Forschungs-Programme bilden meist eine gute
Basis für ein weiterführendes Doktoratsstudium.
Master-Programme entstehen oft in Kooperation mehrerer
Universitäten oder Business Schools.
Das Wissen und Know How, das Studierende in einem
Masterstudium erlangen, führt meistens zu einer höheren
Position in der Karriereleiter der Absolventen. Es gibt sehr viele
unterschiedliche Typen von Master-Programmen. Leider können
wir in dieser Zusammenfassung nicht auf jede einzelne Art von
Programm eingehen, denn das würde den Rahmen dieser
Übersicht sprengen. Die wichtigsten und häufigsten
Abschlüsse sind: Master of Arts (MA), Master of Science (MSc),
Master of Engineering (MEng), Master of Law (LLM) und
natürlich der Master of Business Administration
(MBA).
In den meisten Ländern ist der
Master-Abschluss ein zweiter Grad der einen anderen Grad (z.B.
Bachelor) oder eine dementsprechende berufliche Qualifikation oder
Erfahrung im entsprechenden Bereich voraussetzt.
(Weiter unten finden Sie eine Übersicht der
unterschiedlichen Formen von Hochschulausbildungen.)
Europa In höheren Bildungssystemen ist es EU-weit derzeit noch
üblich, dass die traditionellen akademischen Grade dem Master
gleichgestellt werden. In Deutschland beispielsweise, wird ein
Magister/Diplom-Studium als dem Master-Studium ebenbürtig
angesehen. Diese Situation in der EU wird sich jedoch mit Abschluss
des Bologna-Prozesses im Jahr 2010 ändern:
Der Bologna-Prozess soll einen europäischen Hochschulraum schaffen. Er hat zum
Ziel, international gültige und anrechenbare akademische Grade
sowie ein international vergleichbares Credit-System (ECTS) bei
Lehrveranstaltungen einzuführen. Ein weiterer Schwerpunkt ist
die Förderung der Mobilität von Studierenden und
Lehrenden, die Entwicklung von europaweit gültigen
Qualitätsstandards sowie einheitlicher Methoden ihrer
Evaluierung. Die Teilnahme der einzelnen Länder Europas am
Bologna-Prozess ist freiwillig. Ein
weiterer wichtiger Punkt des Bologna-Prozesses ist die Umstellung
auf ein dreigliedriges Studiensystem:
1. Bakkalaureat (180 – 240 ECTS)
2. Master (60 – 120 ECTS)
3. Doktorat
Der Bologna Prozess verlangt dem europäische
Hochschulsystem mehr Transparenz ab und will dies dem
internationalen System angleichen.
Manche Länder Europas unterscheiden derzeit
auch zwischen einem konsekutiven und einem nicht-konsekutiven
Master:
Konsekutive
Mastergrade Ein
konsekutiver Masterstudiengang ist die direkte Fortführung
eines speziellen Bachelor-Studiengangs (zumeist ein
universitäres Regelstudium, wird auch Undergraduate-Studium
genannt). Dieser dient der Vertiefung
von vorhandenem Wissen im theoretischen und forschungsorientierten
Bereich. Beispiele hierfür
sind • Master of Arts (M.A.) -
Deutschland, Österreich, Schweiz • Master of Engineering (M.Eng.) - Deutschland,
Österreich, Schweiz • Master
of Laws (LL.M.) - Deutschland, Österreich
• Master of Law (MLaw) - Schweiz
• Master of Science (M.Sc.) - Deutschland,
Österreich, Schweiz • Master
of Medicine (MMed) - Schweiz •
Master of Theology (MTh) - Schweiz
Nicht-konsekutive
Mastergrade Nicht-konsekutive Mastergrade schließen nicht an eine
fachliche Vorbildung an, sondern dienen zumeist dazu, den
Studierenden in einem fremden Fach weiterzubilden (z. B.
Managerausbildung für Techniker). Sie setzen ein beliebiges
abgeschlossenes Universitätsstudium (Bachelor, Diplom etc.)
voraus. In der Praxis werden oft auch "gleichwertige
Qualifikationen" (in der Regel Berufserfahrung) anerkannt.
Nicht-konsekutive Masterlehrgänge werden zumeist von Business
Schools angeboten.
USA In
den USA dauert ein Vollzeit-Master-Programm meistens 2 Jahre, die
Zeitspanne hängt jedoch sehr von der Struktur des Studiums ab.
Ebenso wie in Europa werden Master-Programme in den USA
hauptsächlich als Professional Master gesehen. Einem Master
muss nicht zwingend ein Doktoratsstudium
folgen, doch in manchen Sparten wie z.B. im naturwissenschaftlichen
und Bereich der Verhaltensforschung ist es üblich, dass direkt
nach dem Bachelor das Doktoratsstudium folgt. Ein Masterabschluss
wird häufig als Notwendigkeit gesehen, um erfolgreich in den
Arbeitsmarkt einsteigen zu können.
Australien /
Neuseeland
In Australien benötigt man normalerweise
für einen Master 2 Jahre nach Abschluss der dreijährigen
Bachelor-Ausbildung. In manchen Fällen benötigt man
für den Master auch nur ein Jahr, allerdings erst nach
Absolvieren eines vierjährigen Bachelor-Programms. Die
Abschlussarbeit ist meist eine Master-Thesis oder ein
Projekt.
In Neuseeland werden Master-Kurse an
Universitäten, Technologischen Instituten oder an
Fachhochschulen angeboten. Typischerweise dauern Master-Programme
zwei Jahre, es kann aber auch sein, dass sie 1 bis 4 Jahre dauern
(abhängig von den jeweiligen Kursen). Wie in den meisten
anderen Ländern benötigt man ein vorangegangenes Studium,
um in ein Master-Programm aufgenommen zu werden. Der Master-Grad
wird mit einer Forschungsarbeit abgeschlossen. Zunehmend werden
auch Abschlussarbeiten als eine Kombination aus Forschung,
Projektarbeit und Thesis verlangt.
Formen von Master-Programmen
In Europa und den USA können
Master-Programme unterschiedliche Formen haben, die vor allem
Kosten und Dauer des Studiums beeinflussen. Die wichtigsten
sind:
Vollzeit-Studium Normalerweise dauert ein Vollzeit-Studium 1 bis 2 Jahre –
dies ist jedoch abhängig vom Land, in dem es angeboten wird
sowie von der Struktur des Studiums. Ein Vollzeitstudium erlaubt
eine vertiefende Ausbildung innerhalb kurzer Zeit.
Teilzeit-Studium Ein
Teilzeitstudium dauert meistens zwei bis fünf Jahre -
abhängig von der Programm-Struktur und dem Ort des Studiums
sowie von den Richtlinien der Institution. Teilzeitstudien erfreuen
sich immer größerer Beliebtheit, da Studierende nebenbei
auch ihrem Job nachgehen können. Die Unterrichtseinheiten
finden meistens geblockt statt.
Executive Ein
Executive Master spricht insbesondere Führungskräfte mit
langjähriger beruflicher Erfahrung an. Die
Unterrichtseinheiten finden an Wochenenden und Abenden
statt.
Online Bei einem
Online-Programm werden alle Kurse online angeboten. TutorInnen sind
über Foren und diverse Online-Kanäle verfügbar. Bei
einem Online-Programm sind die Studierenden sehr flexibel
betreffend der zeitlichen Einteilung, es verlangt ihnen jedoch
enorme Selbstdisziplin und Motivation ab. Aufzupassen ist bei der
Auswahl des Programms, da sehr viele „zwielichtige˜
Programme angeboten werden (siehe
Titelkauf).
Distance Learning Auch
in diesem Fall ist es möglich, von zu Hause aus an Kursen
teilzunehmen und sich dafür Zeit und Ort selbst auszusuchen.
In vielen Fällen finden manche Unterrichtseinheiten auch in
örtlichen Colleges statt. Im Gegensatz zu den Online-Kursen
ist der Kontakt zu den Betreuern oft direkt. Ebenso wie bei
Online-Programmen ist bei der Auswahl Vorsicht geboten: Die Zahl
der unseriösen Anbieter steigt.
Anforderungen Die
Anforderungen für Master-Programme sind recht unterschiedlich.
Wie bereits erwähnt, setzen die meisten Programme ein
abgeschlossenes Bachelor-Studium voraus. In manchen Fällen
qualifiziert man sich auch, wenn man reichlich Berufserfahrung vor
dem Studium gesammelt hat. Manchmal muss das vorausgegangene
Bachelor-Studium auch denselben Themen-Schwerpunkt wie das
Master-Studium haben - auch dies kann eine Vorgabe für die
Aufnahme sein.
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