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Der MBA ist der wohl bekannteste Abschluss aus der Master-Familie und hat seinen Ursprung in den USA.
Welche Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen MBA-Programmen
In der zeitlichen Struktur gibt es berufsbegleitende Programme, aber auch Vollzeitstudien sind möglich. Hierdurch wird die Dauer des Studiums stark entschieden. Vollzeitprogramme dauern in der Regel nur bis etwa die Hälfte der Dauer von Teilzeit- bzw. berufsbegleitenden Programmen. Ein weiterer Unterschied ist die Zielgruppe des Programms. So genannte „Junior-MBA-Programme˜ werden eher für Hochschul-Absolventen angeboten, da hier die berufliche Erfahrung eher niedrig ist und wird diesem Umstand hier Rechnung getragen. Für beruflich erfahrene Studenten ist Executive-MBA-Programm zu empfehlen, da hier die berufliche Erfahrung eine wichtige Bereicherung des Programmes werden kann.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Unterscheidung ist der Preis eines Programms. Dieser wird maßgeblich durch die Trägerschaft der School oder Universität entscheiden, aber auch durch Vortragende, Studienaufenthalte, öffentliche Förderungen und die Betreuungsintensität. Der Preis eines Programms lässt aber keinerlei Rückschluss auf die Qualität des Programms zu. Auch ist die Akkreditierung hierfür kein zwingender Parameter.
Nebenbei findet eine öffentliche Diskussion über die Wertigkeit der Master- und MBA-Titel statt.
Dies hat mehrere Gründe:
- Das Konkurrenzverhältnis zwischen europäischem Master und US-Master
In den USA liegen zwar Top-, aber auch Flop-Institute. Nicht wenige USA-Master sind in Europa nicht anerkannt, weil Sie nicht dem europäischen Verständnis eines Studiums entsprechen. Manche US-Master bestehen zum kleinsten Teil aus dem Studium; viel wichtiger scheint das Netzwerk, das sich um den MBA rankt, zu sein. Was Spitzen-Institute einer- und Vielfalt andererseits betrifft, so verfügt Europa sowohl über Top-Business-Schools als auch über Fach-MBA-Programme für eine Vielzahl von Aufgabenbereichen, z. B. Health Care Management.
- Die Anzahl der Anbieter (Business-Schools) ist in den letzten Jahren stark gestiegen; was immer wieder die Frage nach der Qualität der neuen Institute aufwirft. Eine erfolgreiche Antwort auf die Qualitäts-Frage ist die Akkreditierung.
- Zum klassischen, nicht-konsekutiven (d. h., postgradual, nach einem Regelstudium) abgeschlossenen Master stoßen nun vermehrt konsekutive Angebote (Regelstudien) der Universitäten, wobei das Master- sogleich auf das Bachelor-Studium folgt. Ein Titel wie der DBA (Doctor of Business Administration) ist die logische Folge.
- Der Master ersetzt (oder soll in Zukunft ersetzen) vermehrt klassische akademische Titel (Diplom, Magister etc.). Deren Inhaber befürchten einen Wertverlust ihrer akademischen Ehren. Da wie dort sagt aber der akademische Titel/Grad bzw. Master ohne Kenntnis der Rahmenbedingungen wenig aus. Die Beschreibung des Studiums als zusätzliche Bewerbungsunterlage ist daher mindestens ebenso wichtig wie das Zeugnis selbst.
Der Titel MBA steht also heute nicht mehr unbedingt nur für eine Elite-Führungskraftausbildung, doch er kann es noch immer sein. Neben den General-MBAs (die als Vorbereitung auf eine Führungsfunktion dienen) werden heute vermehrt Fach-MBAs (wobei man sich im zweiten Studienabschnitt gezielt auf ein Fachgebiet vorbereitet) angeboten.
Um den Wert eines MBA beurteilen zu können, muss man den MBA Titel (wie jeden Diplom- oder Magister-Titel auch) heute nach bestimmten Kriterien hinterfragen:
- Handelt es sich um eine Basis- oder Zusatzqualifikation?
- An welcher Institution wurde der MBA absolviert?
Manche Firmen anerkennen nur MBAs bestimmter Business-Schools.
- Wie sind dort die Aufnahme- und Arbeitsbedingungen?
Vor allem die Aufnahmekriterien sind der kritische Punkt beim Urteil über eine Business-School. Sind sie zu "weich", wird dies durch umfangreiche Ausstattung und erstklassige Arbeitsbedingungen nur teilweise ausgeglichen.
- Wie setzen sich die Teilnehmer zusammen?
Je unterschiedlicher die Teilnehmer, desto genereller müssen die Kurse angelegt sein; je geringer der Unterschied, umso spezieller sollen die Kurse gehalten sein.
- Wie sieht der Studienplan aus?
Dies ist die schwierigste Frage, denn um einen Studienplan beurteilen zu können, muss der Bewerber für den MBA genau wissen, was er mit dem MBA erreichen will und ob der Studienplan sich mit seinen Berufsplänen deckt. Der Personalchef hingegen muss über ausreichend Hintergrundwissen verfügen, um die ihm vorgelegten Zeugnisse eines Bewerbers für einen Posten beurteilen zu können.
- Wieviele ECTS-Punkte wurden erreicht?
ECTS (European Credit Transfer System) ist ein System zur Anrechnung von akademischen Studienleistungen, welches in Europa von mehr als 1000 Universitäten verwendet wird. Es ersetzt jedoch nicht die herkömmliche Note. Die Akkreditierung reduziert für gewöhnlich die zu vergebenden ECTS-Punkte in Sinne der Qualitätsverbesserung.
- Wie passt die MBA-Ausbildung in den Lebenslauf?
Der MBA sollte sich in die bisherige Karriere möglichst gut einfügen und nicht um seiner selbst Willen erworben sein.
Eine MBA/Master-Ausbildung kann heute genauso ein "Karriere-Booster" wie vor 10 Jahren sein. Allerdings ist die Auswahl der Business-School und des geeigneten Programms in den Mittelpunkt der Überlegungen der Bewerber gerückt. Ein MBA/Master sollte heute stimmig in ein Gesamtkarrierekonzept eingebettet werden. Nicht jedes MBA/Master-Programm passt für jedermann.
Vor Absolvierung eines MBA-Programms sollte man sich folgende Fragen stellen:
- Absolviere ich ein Undergraduate oder Postgraduate-Programm?
- Will ich einen General- oder einen Fach-MBA, und wenn den zweiten, in welcher Fachrichtung, erwerben?
- Bewerbe ich mich für ein deutsches, englisches oder mehrsprachiges MBA/Masterprogramm?
- Absolviere ich die Ausbildung in Europa oder in den USA?
- Wie ist die Reputation der von mir ins Auge gefassten Universität/Business-School?
- Welche Möglichkeiten gibt es, mein Studium zu finanzieren?
- Welche Aufnahmekriterien erfülle ich bereits; was fehlt mich noch?
Die Master-Situation in Europa
Neben dem postgradualen Master (nach einem Regelstudium oder gleichwertiger Qualifikation), der zumeist der Erlangung von fremden Fähig- und Fertigkeiten dient (z. B. Managerausbildung für Techniker), erhält der Undergraduate-Master (im Rahmen eines Regelstudiums) eine immer grössere Bedeutung. Dies resultiert aus den Ergebnissen des Bologna-Prozesses, in denen sich die EU-Mitgliedsstaaten auf eine gemeinsame akademische Titellinie einigen konnten. Alte Titel (Diplom etc.) werden in künftig beginnenden universitären Regelstudien immer häufiger durch den Bachelor und darauf folgend vom Master abgelöst.
In der Folge wird der Master wohl zum am weitest verbreiteten akademischen Titel in der EU avancieren .
Es ist zu unterscheiden zwischen konsekutivem Mastergrad und nicht-konsekutivem Mastergrad.
Konsekutive Mastergrade
Ein konsekutiver Masterstudiengang ist die direkte Fortführung eines speziellen Bachelor-Studiengangs (zumeist ein universitäres Regelstudium; auch Undergraduate-Studium genannt). Dieser dient der Vertiefung von vorhandenem Wissen im theoretischen und forschungsorientieren Bereich. Beispiele hierfür sind
- Master of Arts (M.A.) - Deutschland, Österreich, Schweiz
- Master of Engineering (M.Eng.) - Deutschland, Österreich, Schweiz
- Master of Laws (LL.M.) - Deutschland, Österreich
- Master of Law (MLaw) - Schweiz
- Master of Science (M.Sc.) - Deutschland, Österreich, Schweiz
- Master of Medicine (MMed) - Schweiz
- Master of Theology (MTh) - Schweiz
Nicht-konsekutive Mastergrade
Nicht-konsekutive Mastergrade schliessen nicht an eine fachliche Vorbildung an, sondern dienen zumeist dazu, den Studierenden in einem fremden Fach weiterzubilden (z. B. Managerausbildung für Techniker). Sie setzen ein beliebiges abgeschlossenes Universitätsstudium (z. B. Bachelor, Diplom etc.) voraus. In der Praxis werden oft auch "gleichwertige Qualifikationen" (i. d. R. Berufserfahrung) anerkannt. Nicht-konsekutive Masterlehrgänge werden zumeist von Business-Schools angeboten.
Deutschland
- Master of Business Administration (MBA)
- Master of Organizational Management (MOM)
- Master of Business and Engineering (MBE)
- Master of Education (M.Ed.)
- Master of Computer Science (M.Comp.Sc.)
- Master of Public Administration (MPA)
Die Abschlussbezeichnungen können weiters von der Hochschule frei gewählt werden (z. B. Master of Architecture), müssen aber nicht von den vorgegebenen abweichen.
Österreich (in Österreich als Universitätslehrgänge bezeichnet)
- M.E.S. (Master in/of European Studies)
- MAS (Master of Advanced Studies)
- MA (Master of Arts)
- MBA (Master of Business Administration)
- MIM (Executive Master in Management)
- M.B.L. (Master of Business Law)
- MBI (Master of International Business)
- LL.M. (Master of Laws)
- MPOS (Master in Psychoanalytic Observational Studies)
- MPH (Master of Public Health)
- MSc (Master of Science)
In Österreich sind zusätzlich von der Hochschule Fachbezeichnungen anhängbar (z. B. MBA in Projekt- und Prozessmanagement).
Daneben bestehen in Österreich noch "Lehrgänge universitären Charakters":
- MPA (Master of Public Administration)
- MPM (Master of Public Management)
- MSD (Master of Security and Defense Management)
Schweiz (In der Schweiz als Nachdiplomstudiengänge bezeichnet)
- MAS (Master of Advanced Studies)
- MBA (Master of Business Administration)
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